Geschäftsplan für Kirch-Firmen
Banken geben Saban wohl ihr OK

Die Kirch-Gläubigerbanken haben Bankenkreisen zufolge den von Haim Saban erneut überarbeiteten Geschäftsplan für die Filmbibliothek und die TV-Gruppe Pro Sieben Sat1 weitgehend akzeptiert. Die Gespräche mit dem US-Milliardär sollen daher in der nächsten Woche wieder aufgenommen werden.

Reuters FRANKFURT. "Wir werden kommende Woche mit Saban sprechen. Der neue Business-Plan bewegt sich in die richtige Richtung und damit auf die Ursprungsvereinbarung zu", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Mitte April hatten die Gläubigerbanken der insolventen Kirch-Media, BayernLB, HVB Group, Commerzbank und DZ Bank in einem Brief an Saban-Chefunterhändler Adam Chesnoff indirekt mit dem Abbruch der Verhandlungen gedroht, falls die aus Bankensicht verschlechterten Kreditbedingungen nicht zurückgenommen würden.

"Die Tilgungsstruktur ist jetzt aber wieder so, dass die Banken ihr Geld früher wieder bekommen - damit kommt jetzt wohl alles auf einen ordentlichen Weg", sagte ein Banker. Die Kreditinstitute hatten unter anderem deutlich niedrigere Rückzahlungen für die von ihnen in neue Kredite übertragenen Altschulden in den Jahren 2004 und 2005 als inakzeptabel bezeichnet. Auch andere Kritikpunkte wie Kostenanstiege und die Tatsache, dass Saban keine Auslagen für Dienstleistungen im Rahmen der Transaktion übernehmen wolle, seien jetzt ausgeräumt.

Der neue Geschäftsplan traf nicht nur bei den Banken auf Zustimmung. "Den Banken ist ein besserer Businessplan vorgelegt worden. Demzufolge werden sie jetzt sehr schnell Rückflüsse bekommen, und in nennenswerter Höhe," hieß es in Branchenkreisen. "Die Stimmung der Gespräche war gut und entspannt." Sprecher aller beteiligten Parteien wollten sich am Freitag nicht äußern.

Der Abschluss des Verkaufs, den noch die Kartellbehörden genehmigen müssen, wird für Mitte Juni angepeilt. Für zunächst 36 % an der Senderfamilie bezahlt Saban den Kreisen zufolge 525 Mill. ?, der Preis für die Filmbibliothek liegt bei rund 1,2 Mrd. ?. Da ein Teil der Altschulden der Filmrechtegesellschaft in neue Kredite umgewandelt wird, muss Saban insgesamt rund eine Milliarde Euro aufbringen. Für eine geplante Kapitalerhöhung bei ProSiebenSat.1 und ein mögliches Übernahmeangebot an die außen stehenden Aktionäre kämen noch mehrere hundert Mill. ? hinzu.

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