Geschäftsrückgang
Liberalisierung schlägt sich in EVN-Bilanzen nieder

Die Spuren der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte sind in den Zahlen der EVN AG für das erste Quartal 2002/03 (GJ zum 30. September) wieder deutlich sichtbar. Der Stromabsatz wurde zwar wegen höherer Mengen im Handel stark gesteigert, die Erlöse hielten damit aber nicht Schritt. Bei Gas hat die Marktöffnung bei den Großkunden einen Geschäftsrückgang von 12,4 Prozent bewirkt.

Reuters WIEN. EVN hat bei einem Umsatz von 350,8 (371,8) Millionen Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von 71,3 (75,8) Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis vor Steuern wurde von EVN am Mittwoch mit 75,7 (75,4) Millionen Euro angegeben. Das Periodenergebnis wurde mit 51,0 (49,7) Millionen angegeben.

Das wirtschaftliche Umfeld für EVN sei durch anhaltenden Wettbewerbsdruck im liberalisierten Markt gekennzeichnet, heißt es im Aktionärsbrief. In einem gedämpften Konjunkturumfeld sei für EVN auch wesentlich gewesen, dass der Heizenergiebedarf für die Berichtsperiode Oktober bis Dezember 2002 über dem Vorjahr, aber unter dem langjährigen Durchschnitt lag. Im Gasgeschäft seien die Einkaufspreise auf hohem Niveau.

Bei Strom habe sich ein Absatzplus von 12,1 Prozent auf 2752 Gigawattstunden ergeben. Das Plus komme aus dem Handel und dem Großkundengeschäft, das um 67 Prozent stieg, während an die Haushalte um 8,1 Prozent weniger abgegeben wurde. Die Stromerlöse erhöhten sich um 1,3 Prozent auf 164,3 (162,1) Millionen Euro.

Bei Gas sei der Absatz um 20,2 Prozent auf 613 Millionen Kubikmeter gesunken. Im Endkundengeschäft habe man 3,8 Prozent verloren, im Großkundengeschäft sogar 12,4 Prozent. Der außerordentliche hohe Rückgang sei aber auch auf einmalige Gashandelsgeschäfte des Vorjahres, die sich nicht mehr wiederholt haben, bedingt. Die Gaserlöse sanken auf 150,0 (174,4) Millionen Euro.

Der Wärmeverkauf sei um 4,4 Prozent auf 279 Gigawattstunden gestiegen, die Erlöse erhöhten sich auf 13,7 (13,1) Millionen Euro. Im Wassergeschäft wurden 3,9 (3,9) Millionen Euro umgesetzt. Die übrigen Umsatzerlöse seien mit 18,9 (18,3) Millionen Euro ebenfalls stabil geblieben.

Das stabile Vorsteuerergebnis beruht darauf, dass der Rückgang im Ebit durch ein besseres Finanzergebnis von 4,4 (minus 0,4) Millionen Euro kompensiert wurde. Die Verbesserung habe sich aufgrund von Bewertungsveränderungen in Höhe von 4,8 Millionen Euro ergeben, heißt es im Aktionärsberief ohne nähere Erklärungen.

Das Quartalsergebnis sei eine solide Basis für das Gesamtjahr. Aussagen darüber könnten wegen der Saisonalität der Energiewirtschaft nicht gemacht werden, wird Generaldirektor Rudolf Gruber zitiert.

Optimistisch sei die EVN in Bezug darauf, dass die Energie Austria, der Zusammenschluss von Verbund und Energie Allianz, die Genehmigung durch die Brüsseler Wettbewerbsbehörden erhält. Eine Entscheidung sei für Anfang Juni 2003 zu erwarten.

EVN sei zudem Teil der Econ-Gas, die mit Jänner 2003 operativ tätig geworden sei. EconGas ist ein Joint Venture der Versorger mit der OMV AG zur Belieferung der Gasgroßkunden. EVN notierten zuletzt bei 39,50 (40,0) Euro. EVN liegen seit Jänner 3,66 Prozent im Minus, der ATX ist seither knapp ein Prozent tiefer.

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