Geschäftsverlauf begründet keinen Optimismus
US-Daimler-Tochter drohen Absatzprobleme

dpa DALLAS. Dem Daimler-Chrysler-Konzern drohen vermutlich im Nutzfahrzeug-Geschäft in den USA anhaltende Probleme. "Das Ende des Booms aus den 90er Jahren ist mit großer Wahrscheinlichkeit erreicht", sagte Jim Hebe, Chef der amerikanischen Daimler-Lkw - Tochter Freightliner, dem Handelsblatt. Der in diesem Jahr eingeleitete Rückgang werde sich auch in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen.

Hebe blicke wenig optimistisch auf den weiteren Geschäftsverlauf. Auf dem gesamten nordamerikanischen Markt - Kanada und Mexiko eingeschlossen - würden nach Schätzungen des Freightliner-Chefs 2001 nur noch 197 000 schwere Lkw abgesetzt werden. Für das laufende Jahr rechne Hebe noch mit einem Absatz von 252 000 Fahrzeugen. Auf dem Höhepunkt des Lkw-Absatzes im Jahr 1999 seien es noch mehr als 300 000 große Lkw gewesen.

Für den Rückgang sei in erster Linie der US-Markt verantwortlich. Mexiko entwickele sich demgegenüber recht positiv. Freightliner erwarte jetzt, dass sich auch mittelschwere Lkw - bis 15 Tonnen - zukünftig schwerer in den USA verkaufen lassen werden.

"Wir müssen mit den härtesten Marktbedingungen der jüngsten Zeit zurechtkommen", äußerte sich Hebe. Die US-Nutzfahrzeugtochter leide unter einem Berg von unverkauften Fahrzeugen, die noch im vergangen Jahr produziert worden seien - insgesamt rund 40 000. Es zeichne sich ab, dass dieser Bestand nach und nach doch noch verkauft werden könne. Vor allem Gebrauchtfahrzeuge, die auf den Markt drängen, machten der Branche zu schaffen.

Den Lkw-Herstellern könnten vor allem ansteigende Kraftstoffpreise und ein Zinsanstieg in den USA das Leben schwer machen, warnte Hebe. Die Abnehmer der Nutzfahrzeug-Branche würden unter schrumpfendem Frachtvolumen leiden. Außerdem rechne er mit Konkurrenz von der Eisenbahn in den USA. Weiterhin sei das Problem ungelöst, dass es in den USA derzeit zu wenige ausgebildete Lkw- Fahrer gebe.

Eine Prognose, wann es mit dem US-Markt für Nutzfahrzeuge wieder aufwärts gehen könnte, wollte der Freightliner-Chef der Zeitung nicht geben. "Niemand weiß das genau", sagte Hebe. Freightliner sei aber selbst noch finanzstark genug, um in hohem Maße investieren zu können. Weitere Einsparungen erhofften sich DaimlerChrysler und Freightliner davon, dass Mercedes-Lkw-Motoren verstärkt auch in amerikanischen Produkten eingebaut werden sollten.

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