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Gescheiterter Energie-Deal drückt auf die Wall Street

Die US-Märkte bleiben schwach. Die Nasdaq hatte am Vormittag kurz den Sprung in grünes Terrain geschafft, konnte sich aber nicht halten. Der Dow Jones ist erneut dabei, dreistellig zu verlieren. Zur Mittagsstunde notiert das Standardbarometer mit einem Verlust von 105 Punkten auf 9767 Zählern, die Technologie-Börse notiert mit minus 19 Zählern auf 1916 Punkten.

Der Dow Jones Index ist nun schon zweimal knapp vor der 10.000-Grenze eingebrochen. Sollte der Index weiter abprallen, droht die psychologisch interessante Grenze zur technischen Barriere zu werden.

Am New Yorker Nachmittag wird die Federal Reserve das "Beige Book" veröffentlichen. Der Gesamtüberblick über die US-Ökonomie verspricht nicht wirklich neue Daten, dient Händlern aber zunehmend als Indikator für die nächsten Wochen. Zumal das "Beige Book" Grundlage der nächsten Notenbanksitzung am 11. Dezember ist, in der über eine mögliche letzte Zinssenkung in diesem Jahr entschieden wird.

Größter Verlierer an der Wall Street ist zur Stunde die Aktie von Enron . Der vorerst übernahmewillige Konzern Dynegy wendet sich nach abermaligen Verhandlungen von dem gebeutelten Energiekonzern. Gleichzeitig stufen die Analysten von Standard & Poor?s das Papier auf "Junk"-Niveau ab. Enron verliert am Mittag 70 Prozent und auf dem Parkett wird über einen bevorstehenden Bankrott des einstigen Branchenriesen spekuliert. Papiere von Dynegy geben acht Prozent nach.

Auf den Dow Jones Index drücken derweil die Aktien von J.P. Morgan Chase und Citigroup . Beide Banken gehören zu den Gläubigern von Enron und Händler rechnen damit, dass die Häuser ihre Millionenkredite in den Wind schreiben müssen.

Nach einem Downgrade von J.P. Morgan geben auch die Aktien von Boeing und General Electric nach. Für General Electric werden die Aussichten für 2002 und 2003 korrigiert. Vor allem im Energiegeschäft könnten die Ergebnisse enttäuschen. Zwar bleiben die Analysten langfristig bei ihrer Kaufempfehlung, doch Händler sind verunsichert. Die Aktie gibt 3,6 Prozent nach. Boeing wird bei der Investmentbank nur noch als Market Performer geführt. Das Unternehmen leidet unter der anhaltenden Schwäche im Bereich der zivilen und kommerziellen Luftfahrt. Boeing solle diesen Bereich intern abwerten, empfehlen die Analysten, und sich wieder mehr als Rüstungskonzern profilieren. Die Aktie verliert 2,5 Prozent.

Meist gehandelte Aktie an der Nasdaq ist das Papier von Intel , das ein Prozent verliert. Nach Firmenangaben könnte es Anfang 2002 zu Versorgungsengpässen beim Pentium 4 kommen. Das Unternehmen rechnet offenbar mit einem signifikanten Anstieg der PC-Nachfrage im kommenden Jahr. Dies stärkt wiederum die Computerbauer. Gateway gewinnt mehr als 13 Prozent. Hewlett-Packard , Dell und Apple legen jeweils um ein Prozent zu.

Auffällig im Chip-Sektor, der im Branchenmittel zwei Prozent abgibt, ist das Papier von Flextronics . Das Unternehmen legt im Handel fünf Prozent zu. Laut Vorstandschef Michael Marks läuft das Geschäft gut. Marks geht davon aus, dass die Gewinn- und Umsatzerwartung eingehalten werden.

Bewegung ist zur Wochenmitte im Medizin und Biotech-Sektor. Das Papier von Nexell Therapeutics legt 220 Prozent zulegt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat einem Medikament des Unternehmens den Orphan-Status zuerkannt. Üblicherweise ist dies der letzte Schritt vor der Marktzulassung. Der Medizingeräte-Hersteller Diametrics Medical hat die Zulassung für einen Glukose-Test erhalten. Dieser soll Teil des schon bestehenden IRMA-Schnelltestsets sein, mit dem Patienten in kritischen Situationen auf Blut- und Kreislaufwerte, Hämatokritwerte und weitere Indikatoren gecheckt werden können. Die Aktie von Diametrics Medical notierte zeitweise mit zwölf Prozent in der Gewinnzone, ist aber zum Mittag eingebrochen.

Das Medizin-Service-Unternehmen SRI/Surgical Express verliert 50 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen um die Hälfte nach unten revidiert hat. SRI/Surgical Express beliefert Arztpraxen und Krankenhäuser mit wiederverwertbaren Instrumenten sowie Handtüchern, Schürzen und ähnlichen Artikeln.

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