Geschlossene Fonds sichern sich häufig durch Elementarschaden-Versicherungen ab
Immobilienanleger haben Glück bei der Flutkatastrophe

Immobilienanleger, die an elbnahen Standorten investiert haben, können überwiegend aufatmen. Die Schäden an ihren Immobilien sind gering und oft durch Elementarschaden-Versicherungen gedeckt, ergab eine Umfrage des Handelsblatts bei Anbietern dieser Anlagen.

DÜSSELDORF. "Es muss kein Anleger um sein Geld bangen", beruhigt Christian Purger, Leiter der Grundstücksverwaltung beim offenen Immobilienfonds iii. An den Objekten in Magdeburg und Leipzig ging die Flut vorbei und Dresden habe "keinen nennenswerten Schaden". DB-Real-Estate-Sprecher Tim Oliver Ambrosius meldet: "Wir sind vom Glück gesegnet." Weder offene noch geschlossene Fonds und auch nicht die Immobilien-AG Deutsche Euroshop seien vom Hochwasser betroffen. Roland Deger fasst für die Allianz-Dresdner-Immobilien-Gruppe zusammen: Zehn Objekte, darunter auch eines des Grundwert-Fonds, seien betroffen, die Schäden aber durch eine Elementarschschadenversicherung inklusive Mietausfallrisiko gedeckt.

Über das Ausmaß der Schäden mag niemand spekulieren. Eckhard Kaiser, Regionalleiter von Dr. Lübke Immobilien, geht davon aus, dass 100 000 von 250 000 qm Bürofläche in der Dresdner Altstadt zurzeit nicht benutzt werden können. Allerdings nicht, weil sie überflutet ist, sondern weil die Gebäudetechnik ausgefallen ist. Offene Immobilienfonds haben ohnehin durch die Investition in eine Vielzahl von Immobilien das Schadenrisiko gestreut. Härter könnte es Investoren in geschlossene Fonds treffen, die oft nur an einem Gebäude beteiligt sind. Angelockt durch zeitweise hohe Steuervorteile nach dem Fördergebietsgesetz wurden in den 90er Jahren über 20 Mrd. Euro in geschlossene Fonds in Ostdeutschland außerhalb Berlins investiert.

Doch die Initiatoren solcher Fonds geben Entwarnung. Das Dresdener Dorint-Hotel, an dem Kunden des Fonds-Initiators Dr. Ebertz beteiligt sind, profitierte von der Flut: Ein evakuiertes Seniorenheim sorgte für Vollauslastung. An der mit Objekten in Magdeburg und Dresden vertretenen Real I.S. AG "ging der Krug vorbei". Im Ernstfall wäre eine auch Mietausfall umfassende Elementarschadenversicherung für den Schaden aufgekommen, sagt Geschäftsführer Andreas Heibrock.

DG-Anlage-Fondsobjekte in Dresden und Pirna haben zwar Wasser im Keller bzw. sogar im unvermieteten Erdgeschoss, doch sind die Objekte auf gleiche Weise abgesichert, wie die der Real IS. Die H.F.S. versichert Fonds-Immobilien laut Geschäftsführer Dietmar Schloz grundsätzlich gegen Elementarschäden. Wert-Konzept hat nach den Worten von Vertriebsleiter Bruno Stollwerk in Leipzig und Magdeburg "weit von der Elbe weg gebaut". "Knochentrocken" ist es laut Peter Stingl, Vertriebsleiter Falk Capital AG, in den Falk-Fonds-Häusern. "Keine Schäden" heißt es auch seitens der DCM AG.

Jürgen Poschmann vom Verband Deutscher Makler in Dresden vermutet, dass im Überschwemmungsgebiet etwa zehn bis zwanzig Prozent der Häuser Immobilien-Direktanlegern gehören. Für die nicht Betroffenen könnte das Schicksal der nun Obdachlosen Eigenheimbesitzer und Mieter sogar noch einen Vorteil bringen: "Das Wohnraumangebot wird sich reduzieren, die Mieten werden steigen."

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