Geschlossener Widerstand
Top-Manager lehnen rot-grüne Pläne zur Mitbestimmung ab

HB Die Pläne der rot-grünen Bundesregierung, im Rahmen einer Reform des Betriebsverfassungsgesetzes die Rechte des Betriebsrates auszuweiten, stößt auf praktisch geschlossenen Widerstand bei den Führungskräften der deutschen Wirtschaft. 94 % der Top-Manager lehnen dieses Vorhaben ab, nur eine äußerst kleine Minderheit (3 %) würde dem zustimmen, ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe).

Eine ebenso große Mehrheit (92 %) befürchtet Nachteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn die betrieblichen Mitbestimmungsrechte ausgeweitet würden. Nur wenige erwarten keine Auswirkungen (5 %) oder gar Vorteile für den Standort (2 %).

Mit dem bisherigen System der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland sind die Führungskräfte in ihrer großen Mehrheit zufrieden. 72 % sagen, es habe sich "bewährt". Nur ein Viertel (23 %) ist gegenteiliger Meinung. Das Bekenntnis der Top-Entscheider ist umso stärker, je älter sie sind (von 63 % bei den Jüngsten bis zu 76 % bei den 50- bis 59-Jährigen) und je größer die Unternehmen sind (von 69 % bei den kleinen bis zu 90 % bei den Großunternehmen). Nach Branchen wird überdurchschnittliche Skepsis vor allem im Bereich Handel und Verkehr (33 %) sowie beim übrigen verarbeitenden Gewerbe, also ohne den Metall-, Fahrzeug- und Elektrobereich, (29 %) zum Ausdruck gebracht.

Ungeachtet der hohen Zustimmung der Top-Manager zum bisherigen System der betrieblichen Mitbestimmung sehen es rund vier Fünftel (79 %) als einen Vorteil für die so genannte "New Economy" an, dass es in den meisten Unternehmen dieses Wirtschaftssegmentes keine Betriebsräte gibt. 13 % sehen darin eher einen Nachteil für diese Betriebe, 7 % können weder Vor- noch Nachteile darin entdecken.

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im November wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 811 Führungskräfte in der Zeit vom 30. Oktober bis 10. November 2000 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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