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Geschworene im Dutroux-Prozess haben Urteil gefällt

Arlon (dpa) - Im Mädchenmordprozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux haben die Geschworenen ihr Urteil gefällt.

Arlon (dpa) - Im Mädchenmordprozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux haben die Geschworenen ihr Urteil gefällt.

Am Donnerstagnachmittag wollten sie ihre Entscheidung über Schuld oder Unschuld der vier Angeklagten im Gericht von Arlon vortragen. Falls der 47 Jahre alte Dutroux des Mordes an zwei Mädchen oder einem Komplizen schuldig gesprochen wird, droht ihm lebenslange Haft. Über das Strafmaß werden Geschworene und Richter voraussichtlich erst in der kommenden Woche entscheiden. Der jahrelang erwartete Prozess hatte Anfang März begonnen.

Für das Urteil beantworteten die Laienrichter 243 Einzelfragen zu Schuld oder Unschuld des Hauptangeklagten Dutroux und dreier Mitbeschuldigter. Die Geschworenen hatten seit Montag unter strenger polizeilicher Abschirmung in einer Kaserne in der Nähe Arlons über den Fragenkatalog beraten.

Für den Schuldspruch war grundsätzlich nur das Votum der Laienrichter maßgeblich. Die acht Frauen und vier Männer sollten nur ihrer inneren Überzeugung folgen.

Am Nachmittag wird die Vorsitzende der Jury mit der Hand auf dem Herzen die Antworten auf die Fragen vortragen. Als erwiesen gilt die Schuld, wenn mindestens acht der zwölf Geschworenen sich darüber einig sind. Nur wenn das geheime Votum der Volksjury mit sieben zu fünf Stimmen knapper ausfällt, stimmen anschließend auch die drei Berufsrichter des Gerichts ab. Eine Abstimmung der Geschworenen im Verhältnis sechs zu sechs gilt als Freispruch des Beschuldigten beim jeweiligen Anklagepunkt. Erst danach werden die Angeklagten in den Saal gelassen. Ein Gerichtsschreiber wird ihnen dann das Urteil vortragen.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Entführung von sechs Mädchen im Alter von 8 bis 19 Jahren Mitte der 90er Jahre. Von ihnen starben vier qualvoll in ihrer Gefangenschaft. Dutroux, ein vorbestrafter Entführer und Vergewaltiger, bestreitet die Mordvorwürfe.

Außer Dutroux sitzen dessen Ex-Frau Michelle Martin, der Komplize Michel Lelièvre und der vorbestrafte Betrüger Michel Nihoul auf der Anklagebank. Die Untersuchung der Affäre zog sich über fast acht Jahre hin.

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