Gesellschaft hofft auf Star Alliance
United Airlines will Billig-Airline gründen

Die bankrotte Fluggesellschaft soll mit einem neuen Geschäftsplan aus dem Gläubigerschutz geführt werden. United setzt künftig stärker auf seine internationalen Partner.

kk NEW YORK. Mit einem neuen Geschäftsplan, der Kosten senken und eine breitere Palette von Kunden ansprechen soll, will die amerikanische Fluggesellschaft UAL Corp., die Mutter von United Airlines, erfolgreich aus dem Gläubigerschutz herauskommen. International will die zweitgrößte US-Fluggesellschaft verstärkt auf ihre Partner in der Star Alliance setzen, zu denen auch Lufthansa gehört. Das teilte Doug Hacker, der neue, für die Strategie zuständige UAL-Vizepräsident, mit.

Kleine, inländische Städte will United Airlines demnächst vor allem mit kleinen regionalen Jets anfliegen. Und um die Freizeitflieger für sich zu gewinnen, will die Fluggesellschaft eine Billig-Airline gründen. Sie soll, ähnlich wie der Billig-Anbieter Southwest Airlines, auf Einzelstrecken mit niedrigen Kosten und ohne Umsteigeangebote operieren.

United hofft auch, mit dem neuen Geschäftsplan doch noch die Zustimmung der US-Regierung für eine staatliche Kredit-Bürgschaft zu gewinnen. Die Regierung hatte Anfang Dezember den Antrag auf Kredithilfen in Höhe von 1,8 Mrd. $ trotz eines milliardenschweren Sparpakets abgelehnt und United Airlines damit gezwungen, Gläubigerschutz unter Chapter 11 zu beantragen.

Nach dem US-Konkursrecht kann die Airline unter Chapter 11 weiterfliegen und sich sanieren, ohne die Gläubiger sofort bedienen zu müssen. United verliert derzeit täglich 20 bis 22 Mill. $. Das sind deutlich mehr, als die 7 Mill. $ bis 8 Mill. $, von denen Beobachter noch vor dem Antrag auf Gläubigerschutz ausgegangen waren. Für dieses Jahr rechnet die Fluggesellschaft mit einem Rekordverlust von 2,5 Mrd. $. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Airline 2,1 Mrd. $ verloren. United, die zu 55 % den Mitarbeitern gehört, leidet im Vergleich zur Konkurrenz unter extrem hohen Lohnkosten.

Ein Bankenkonsortium hat der Airline insgesamt 1,5 Mrd. $ zur Verfügung gestellt, damit sie unterChapter 11 weiter operieren kann. Gut die Hälfte der Summe 800 Mill. wird der Airline schon in dieser Woche zur Verfügung stehen. Die Banken, die im Fall eines Konkurses als erste bedient würden, haben ihre Finanzierung an strikte finanzielle Kriterien gebunden.

Eine gute Nachricht kam aus Chicago: Nach Angaben des Finanzvorstands Jake Brace sind die Buchungen nicht so stark zurückgegangen wie erwartet. Beobachter hatten befürchtet, dass die Kunden nach dem Antrag auf Gläubigerschutz zur Konkurrenz wechseln. Brace kündigte überdies drastische Gehaltskürzungen für die Mitarbeiter an. Die Aktie hat am Freitag an der New Yorker Börse um 11,5 % zugelegt.

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