Gesellschaft ist kein Fusions-Kandidat
Union Investment im Halbjahr mit Rekordergebnis

Reuters MAINZ. Die Fondsgesellschaft Union Investment hat im ersten Halbjahr 2000 erneut ein Rekordergebnis erzielt. "Hatten wir bereits vor Jahresfrist über einen Absatzrekord berichtet, so erzielten wir in den ersten sechs Monaten mit einem Nettoabsatz von 9,1 (Vorjahr 4,6) Mrd. Euro erneut das beste Halbjahresergebnis der Unternehmensgeschichte", sagte Manfred Mathes, Sprecher der Geschäftsführung der Union-Investment mbH, -Gesellschaft bei einem Pressegespräch am Samstag in Mainz.

Der Trend zu Aktienfonds habe sich mit einem Absatz von netto neun (3,3) Mrd. Euro fortgesetzt, teilte die Fondsgesellschaft mit. Allerdings würden derzeit eher global investierende Produkte nachgefragt, was zu Lasten der europäisch ausgerichteten Fonds gegangen sei, sagte Mathes weiter. "Waren 1997 bis 1999 noch europäisch ausgerichtete Fonds gefragt, führen seit Jahresbeginn die international anlegenden Fonds die Absatzstatistik an", sagte Mathes weiter. Er begründete diese Tendenz mit der anhaltenden Euro-Schwäche und dem zunehmenden Interesse der Anleger, Fonds gezielt nach Anlageschwerpunkten auszuwählen.

Nachfrage nach AS-Fonds ging zurück

Die Nachfrage nach Altersvorsorge-Sondervermögen-(AS)-Fonds war mit 65 (92) Mill. Euro rückläufig. Mathes sagte, dass sich lediglich der Zuwachs an Neuverträgen für die AS-Fonds reduziert habe. Es seien keine Vertragskündigungen vorgekommen. Die Anleger wollten wahrscheinlich den langfristigen Anlagehorizont bei den AS-Fonds von 18 Jahren umgehen, sagte er.

Sie kauften daher gegenwärtig lieber Aktienfonds, um privat für das Rentenalter vorzusorgen. Die Anleger seien zwar von der politischen Diskussion über die private Altersvorsoge inspiriert worden, steckten aber ihre Gelder eher in reine Aktienfonds, sagte er weiter. Diese seien flexibler in der Anlagedauer.

Auch Rentenfonds nicht gefragt

Bei den Rentenfonds musste Union Investment nach eigener Darstellung Rückgaben von 1,6 Mrd. Euro hinnehmen. Im Vorjahr gab es hier lediglich Abflüsse von 173 Mill. Euro. "Offenbar haben die steigenden Zinsen die Anleger veranlasst, ihre Anteile zurückzugeben.

Da wir prognostizieren, dass die Zinsen nunmehr seitwärts tendieren, erwarten wir aber eine Normalisierung des Geschäfts mit Rentenfonds", sagte Mathes. Die Fondsgesellschaft habe mit einem Marktanteil von 15,3 % den Anfang des Jahres errungenen Platz drei unter den Investmentgesellschaften in Deutschland gefestigt. Per 30. Juni habe Union Investment ein Publikumsfondsvermögen von 59 Mrd. Euro verwaltet. Publikumsfonds sind Investmentfonds, deren Anteilsscheine von jedem Anleger erworben werden können.

Für das zweite Halbjahr zeigte sich Mathes gedämpft optimistisch. "Den internen Hochrechnungen zufolge werden die Zuflüsse anhalten", sagte Mathes. Allerdings sei man nicht zu euphorisch. Auf Grund der hohen Kursschwankungen in der jüngsten Zeit sei Union Investment etwas vorsichtiger geworden.

Union kein Fusionskandidat

Neben den Zahlen gab Mathes auch die künftige Gesellschafterstruktur der Union-Fonds-Holding (UFH), der Dachgesellschaft der Union-Investment-Gruppe, bekannt. Der Aufsichtsrat habe bereits zugestimmt, die Anteile der Citibank, des Bankhauses Reuschel und des Bankhauses Schröder Münchmeyer Hengst & Co an die Rabobank abzugeben, hieß es. Die Rabobank ist die Zentralbank der niederländischen Raiffeisenbanken. Die Union-Investment-Gruppe ist als Fondsgesellschaft in den genossenschaftlichen Finanzverbund integriert.

"Die Union ist kein Übernahme- oder Fusionskandidat, sondern wird Fokus der Bündelung der Asset-Management-Aktivitäten im Finanzverbund werden", sagte Mathes. Ziel sei es, die Vermögensverwaltungs-Aktivitäten mit der Spezialfondsgesellschaft DEVIF und der Immobiliengesellschaft DIFA in der Holding-Organisation der Union-Gruppe zu bündeln. Mit der Bündelung könnten dann unter der Union-Fonds-Holding Publikums-Wertpapierfonds, Publikums-Immobilienfonds und Spezialfonds aufgelegt und verwaltet werden, sagte Mathes.

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