Gesellschafter kommen mit ihren Plänen zur Neuausrichtung der angeschlagenen Firma nicht zum Zuge
Neue Runde in der Schlacht um Pixelpark

Die neuen Pixelpark-Gesellschafter wollen Alleinvorstand Jürgen Richter absetzen. Dieser verzögere jedoch die Einberufung der Hauptversammlung. Nun wollen die Gesellschafter Richter einen zweiten Vorstand zur Seite stellen.

BERLIN. Die Schlacht um die Führung bei der angeschlagenen Pixelpark AG geht in eine neue Runde. Wie das Handelsblatt von den neuen Gesellschaftern des IT-Dienstleisters - den Medienmanagern Wolf-Dieter Gramatke und Axel Fischer - erfuhr, bemühen sie sich darum, dem Alleinvorstand Jürgen Richter einen Mann zur Seite zu stellen. Gramatke sagte dem Handelsblatt, er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Firma, Manuel Cadmus, einen entsprechenden Vorschlag gemacht, den dieser an Richter weiterleiten sollte. "Bisher haben wir aber nichts gehört", sagt Gramatke. Cadmus wollte das nicht kommentieren. Auch Richter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Gramatke sagte, einen neuen Vorstand habe man gefunden. Dabei handele es sich um den Chef einer Hamburger IT-Strategie-Firma. Den Gesellschaftern schwebt vor, diese Firma mit Pixelpark zu verschmelzen.

Die Neubesetzung im Management wollen die neuen Großaktionäre von Pixelpark, Gramatke und Fischer, in einer außerordentlichen Hauptversammlung durchsetzen. Dem derzeitigen Pixelpark-Management und Aufsichtsrat werfen sie allerdings in diesem Zusammenhang eine "fahrlässige Hinhaltetaktik" vor: Gramatke und Fischer fürchten, dass die Hauptversammlung erst im April stattfinden wird. In Pixelpark-Kreisen schiebt man diese Verzögerung allerdings auf Firmengründer und Ex-Vorstandschef Paulus Neef - der habe noch nicht die notwendigen Voraussetzungen erfüllt.

Neef zieht mit Gramatke und Fischer an einem Strang beim Kampf um die Pixelpark-Führung. Der Firmengünder strebt aber nur noch einen Posten im Aufsichtsrat an. Neef war im Dezember überraschend abgesetzt worden, sein Nachfolger wurde der erst wenige Wochen zuvor ausgeschiedene Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Richter. Wenig später hatte der bisherige Mehrheitsaktionär, die Bertelsmann AG, rund 40 % seiner Anteile an Gramatke und Fischer verkauft.

Neef, Gramatke und Fischer halten jetzt zusammen knapp 60 % der Aktien. Weitere 20,1 % hält Bertelsmann. Von den neuen Pixelpark-Gesellschaftern war zu hören, Bertelsmann stehe prinzipiell hinter ihrem Vorgehen. Dazu wollte sich ein Bertelsmann - Sprecher nicht äußern. Er betonte, man wolle sich in keiner Weise festlegen. Dem Vernehmen nach hat es bei Bertelsmann immer wieder Streit um das Vorgehen bei Pixelpark gegeben. Noch immer sei das verlustbringende Engagement bei Pixelpark ein Reizthema, verlautete aus Bertelsmann-Kreisen, zumal der derzeitige Pixelpark-Vorstand Richter ein ehemaliger Bertelsmann-Manager ist.

Richter und der Pixelpark-Aufsichtsrat wollen Schadensersatzklage wegen der Übernahme der ZLU gegen Neef und andere frühere Pixelpark-Manager und ehemalige Aufsichtsräte erheben - und damit womöglich auch gegen Bertelsmann-Mitarbeiter. Von strafrechtlichen Überlegungen ist - wie noch vor ein paar Wochen - nichts mehr zu hören. Hintergrund ist der Streit, ob das damalige Pixelpark-Management ZLU zu teuer gekauft hat. Malte Disselhorst von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte dazu: "Zunächst handelt es sich hier wohl um Machtkämpfe von heutigen und früheren Managern."

Die Zeit drängt, Pixelpark schreibt seit Monaten Verluste. Im Winter hatte Neef mitgeteilt, die liquiden Mittel der Firma reichten bis Ende 2003. Pixelpark soll künftig auch enger der Multimedia-Firma Mediacs ihres Großaktionärs Fischer kooperieren. So könne die Firma "raus aus ihrer Nische" und Dienste von der Netzwerk-Installation über die Beratung zum Internet-Auftritt bis zur Verarbeitung der Informationen auf DVDs anbieten.

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