Gesetz tritt am Dienstag in Kraft
Arbeitsverbot für weiße Farmer in Simbabwe

Simbabwe hungert, doch Präsident Robert Mugabe ist unnachgiebig. Rund 2900 weiße Farmer müssen trotz akuter Nahrungsmittel-Engpässe im Lande jegliche Arbeit in der Landwirtschaft einstellen, wenn sie nicht zwei Jahre Gefängnis riskieren wollen.

dpa JOHANNESBURG/HARARE. Dies sieht ein Gesetz vor, das an diesem Dienstag rechtskräftig wird. Die Farmer haben nun noch weitere 45 Tage, um ihre beschlagnahmten Besitzungen zu verlassen. "Einige von ihnen haben schon die Koffer gepackt, andere wollen bleiben und es drauf ankommen lassen", sagte am Montag der Sprecher von Simbabwes Farmarbeiter-Gewerkschaft, Gift Muti.

Für viele weiße Farmer neigt sich damit ein Generationen altes und mitunter heftig umstrittenes Kapitel landwirtschaftlicher Tätigkeit in Simbabwe dem Ende zu. Die Bandbreite der Farmen reicht von der Tabakpflanzung bis zur mehrere hundert Hektar großen Rinder-Ranch. Neben den weißen Eigentümern sind auch 232 000 ihrer schwarze Arbeiter betroffen. Bei der Verteilung des vom Staat enteigneten Ackerlandes gingen sie weitgehend leer aus - obwohl der Staat allen landlosen Simbabwern Äcker versprochen hat. Berücksichtigt wurden überwiegend Mugabe-Günstlinge und verdiente Funktionäre.

Der afrikanische Krisenstaat - einst Aushängeschild für die erfolgreiche Aussöhnung zwischen Schwarz und Weiß - scheint sich damit weiter dem Abgrund zu nähern. Vom früheren Ruf als "Brotkorb Afrikas" ist nichts geblieben als nostalgische Erinnerung. Nachdem der mit totalitären Methoden regierende Mugabe eine drohende Hungersnot vor seiner Wiederwahl im März noch geleugnet hatte, ließ der 78-Jährige nun den nationalen Notstand ausrufen: zum einen wegen der grassierenden Aids-Epidemie, zum anderen aber wegen des Hungers.

Rund sechs Millionen der 13 Millionen Simbabwer sind akut davon bedroht. Die in der Region herrschende Dürre ist aber nur ein Teil der Erklärung - das Land war früher problemlos auch mit hartnäckigen Trockenzeiten fertig geworden. Doch Gewalt und Terror, brutale Vertreibung und Schikane haben zu einer Instabilität geführt, in der kommerzielle Farmer mit allen Mitteln ausgebremst wurden. Das einst reiche Agrarexportland liegt seit Beginn der staatlich sanktionierten Farmbesetzungen vor zwei Jahren wirtschaftlich darnieder.

Indirekt scheint Mugabe auch Nachbarstaaten, die angesichts der Dürre auf Spenden angewiesen ist, zu schädigen. Auf der Liste betroffener Länder wirkt der Name Simbabwe offenbar abschreckend, denn Hilfsorganisationen klagen über schwache Spendenbereitschaft. Auch die Hoffnungen des Kontinents torpediert er. Denn Südafrikas Präsident Thabo Mbeki versucht gerade der Gruppe der acht größten Industriestaaten (G8) Afrikas Aufbauplan Nepad schmackhaft zu machen. Westliche Aufbauhilfe gegen das Versprechen verantwortlicher und rechtstaatlicher Regierungsformen, lautet das Motto. "Skeptiker in der G8 werden wissen wollen, wie Mbeki gute Regierungsformen predigen kann während er vor seiner Haustür Simbabwe unter einer schlechten Regierung verkommen sieht", fragte ahnungsvoll die Zeitung Citizen.

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