Gesetzesinitiative für Besetzung von Aufsichtsräten
Kein Platz für Quotenfrauen

Mit einem Anteil von sieben Prozent sind Frauen in deutschen Aufsichtsräten nur unzureichend vertreten. Nun hat die Grünen-Fraktion im Bundestag eine Gesetzesinitiative gestartet, um das zu ändern. Wie sich die Zahl der Frauen in Unternehmensspitzen erhöhen ließe, zeigt indes ein Blick nach Norwegen.

BERLIN. Ansgar Gabrielsen hat das Zeug zum Frauenhelden. Zwar schaut der norwegische Ex-Wirtschaftsminister ein wenig mürrisch, ein paar Kilo weniger täten ihm auch gut - dennoch schmelzen viele Frauen dahin, wenn er über eines seiner Lieblingsthemen redet. Denn Gabrielsen hat in Norwegen geschafft, was in Deutschland bislang nicht gelungen ist: Er hat den Frauenanteil in Unternehmensspitzen erhöht.

Geht es nach der Grünen-Fraktion im Bundestag, passiert das auch hier zu Lande. Sie hat eine entsprechende Gesetzesinitiative gestartet, weil Frauen mit einem Anteil von sieben Prozent in deutschen Aufsichtsräten nur wenig vertreten sind. Eine der wenigen Ausnahmen ist Simone Bagel-Trah, designierte Nachfolgerin von Albrecht Woeste als Chef von Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss von Henkel, die wie er zur großen Henkel-Familie gehört.

Wie sich die Zahl der Frauen in deutschen Aufsichtsräten erhöhen ließe, zeigt der norwegische Weg: Der konservative Gabrielsen hat 2003 gesetzlich geregelt, dass 40 Prozent der norwegischen Aufsichtsratssitze mit Frauen besetzt sind. Seit vergangenem Jahr ist diese Quote erfüllt, während vor fünf Jahren 75 Prozent der Unternehmen überhaupt keine Frau im Aufsichtsrat hatten. "Für mich war das ein Verlust an Ressourcen, sowohl für die Aktiengesellschaften als auch für die Gesellschaft als Ganzes", sagt Gabrielsen.

Irmingard Schewe-Gerigk kann ihre Zustimmung kaum verbergen, wenn sie dem Norweger zuhört. Die parlamentarische Geschäftsführerin hat die Grünen-Initiative gestartet. "Deutschland hat erhebliche Defizite in Sachen Gleichstellung in der Privatwirtschaft", hat sie in den Antrag geschrieben. Das Aktiengesetz will sie daher ändern. Unternehmen, die die Quote nicht erfüllen, sollen die Börsenzulassung verlieren.

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