Gesetzgebung bremst Windparkprojekte
Analysten skeptisch bei Umweltkontor für 2001

Die Umweltkontor Renewable Energy AG wird nach Ansicht von Analysten seine Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr 2001 nicht erreichen.

Reuters FRANKFURT. Die Experten befürchten bei dem Dienstleister im Bereich Erneuerbare Energien Umsatzverschiebungen durch Veränderungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Umweltkontor wollte sich zu den Analystenstimmen nicht äußern und verwies auf den Zwischenbericht, der am Mittwoch veröffentlicht und auch Angaben zum Gesamtjahr beinhalten werde. Fakt sei aber, dass sich das Projektgeschäft auf das vierte Quartal konzentriere wie etwa bei dem Wettbewerber Energiekontor, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Früheren Angaben zufolge erwartet das im Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 gelistete Unternehmen für das Gesamtjahr 2001 Umsätze von 181,8 (Vorjahr 87,22) Mill. Euro bei einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 14,0 (6,2) Mill. Euro. Die befragten Analysten schätzen durchschnittlich für das laufende Geschäftsjahr 2001 Umsätze von 167 Mill. Euro bei einem Ebit von ungefähr 12 Mill. Euro.

Sieben Analysten gehen für die ersten neun Monate 2001 durchschnittlich von einem Ebit von etwa drei (2,15) Mill. Euro aus. Beim Umsatz wird durchschnittlich eine Verbesserung auf etwa 82 Mill. Euro von 35,47 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum erwartet.

Axel Funhoff von Bear Stearns in London sagte, bremsend für das Unternehmen wirkten sich die Veränderung der Gesetzgebung bezüglich der Hoheitsverschiebung von Baugenehmigungen von Windparkprojekten von der Kreis- auf die Landesebene aus. Projekte, die für das dritte Quartal geplant waren, würden somit möglicherweise erst im vierten Quartal oder gar im kommenden Jahr realisiert werden. Längerfristig sieht Funhoff das Geschäftsmodell aber nicht in Gefahr.

Führende Finanzstrukturen

"Rein operativ sehe ich Umweltkontor im Bereich Windparkentwicklung schlechter positioniert als Energiekontor", sagte Funhoff. Führend sei Umweltkontor aber bei Finanzstrukturierungen. Das Unternehmen habe zur Zeit jedoch durch den Verkauf der Beteiligung an der Langenhagener Nevag (Neue Energie Verbund AG) unter einer Vertrauenskrise zu leiden. "Die Frage ist, wie das Management des Unternehmens mit dem Vertrauensverlust umgeht. Wir sehen aber keinen Grund, die Aktie dadurch abzustufen", sagte Funhoff. Das Institut bewertet die Umweltkontor-Aktie mit "Attractive" und nennt ein Kursziel von etwa 25 Euro für einen Zeitraum von zwölf Monaten.

Umweltkontor hatte nach eigenen Angaben im Juli 2000 14,3 Prozent an der Nevag erworben. Diese Beteiligung sei dann im Juni 2001 zum Buchwert an die L&N Holding GmbH & Co. KG veräußert worden, die den Vorständen von Umweltkontor Heinrich Lohmann und Leo Noethlichs gehöre. Georg Waldner von Erste Bank Österreich stuft Umweltkontor mit "Neutral" ein und sieht die gesamte Branche allgemein positiv. "Ein hohes Umsatzwachstum ist hier möglich und sollte auch stattfinden. Umweltkontor lag mit den Halbjahreszahlen unter unseren Erwartungen. Das Unternehmen ist allerdings in einem sehr saisonal schwankenden Geschäft tätig", sagte Waldner weiter.

Die Aktie lag am Dienstag bei einem freundlichen Marktumfeld mit über 5 % im Minus bei 12,34 Euro. Das Jahreshoch verbuchten die Titel Anfang Februar 2001 bei 35,85 Euro. Das Jahrestief wurde am 11. September bei rund sechs Euro erreicht.

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