Gespannte Beziehungen
Rafsadschani wirft USA Umsturzabsichten vor

Am Vortag war aus US-Regierungskreisen verlautet, die USA hätten ihre Haltung gegenüber dem Iran verändert. Die USA würden sich künftig mehr an das iranische Volk wenden, um Reformen zu erreichen.

rtr TEHERAN. Irans früherer Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani hat den USA vorgeworfen, die Islamische Republik zu Fall bringen zu wollen. Um dies zu erreichen, setzten die USA auf Kräfte innerhalb des Irans, sagte Rafsandschani am Mittwoch. An die iranische Regierung werde appelliert, den Wünschen des Volks nach Freiheit und Demokratie nachzukommen, hieß es weiter. Die US-Regierung dementierte inzwischen jedoch Berichte, wonach die Bemühungen zur Zusammenarbeit mit dem iranischen Präsidenten Mohammad Chatami eingestellt werden sollen. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise berichtet, die Regierung sei zu dem Schluss gekommen, der Reformpolitiker Chatami und seine Befürworter in der Regierung seien "zu schwach, zu ineffektiv" und kämen nicht ernsthaft ihren Versprechungen nach.

Die US-Regierung wirft dem Iran vor, den internationalen Terrorismus zu unterstützen. US-Präsident George W. Bush hatte den Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea wegen deren angeblicher Entwicklung von Massenvernichtungswaffen als Achse des Bösen bezeichnet. Rafsandschani, einer der wichtigsten Berater des geistlichen Oberhaupts im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warnte die iranische Bevölkerung, sich gegen die Werte zu stellen, auf denen die Islamische Republik errichtet sei. "Diejenigen, die denken, sie könnten dem System, der Revolution, den Märtyrern, den Werten des Islams und des Korans den Rücken zukehren und dabei auf Hilfe des Weißen Hauses hoffen, machen einen schwerwiegenden Fehler", sagte Rafsandschani der Nachrichtenagentur IRNA. In der US-Regierung mehren sich die Zweifel, ob der als gemäßigt geltende Chatami im Iran politische und wirtschaftliche Reformen durchsetzen kann. Chatami wurde bei den Wahlen im vergangenen Jahr zwar mit deutlicher Mehrheit bestätigt, auch im Teheraner Parlament verfügen die Reformer über eine Mehrheit. Gleichwohl konnte Chatami seine Politik nicht gegen die religiös-konservativen Kräfte durchsetzen, die den Verfassungsrat und die Justiz beherrschen.

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