Gespräch mit Commerzbank ohne Ergebnis
DZ Bank gründet Institut für Zahlungsverkehr

Die DZ Bank gründet ein eigenes Instituts für die Zahlungsverkehrsabwicklung.

rtr FRANKFURT. Das Institut soll nach einem Beschluss des DZ-Aufsichtsrats 2003 an den Start gehen, teilte die DZ Bank am Mittwoch mit. Die Gespräche mit der Commerzbank zur Gründung eines gemeinsamen Transaktionsinstituts hätten bislang noch keine Einigung ergeben. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die zwei Unternehmen mittelfristig bei diesem Thema nicht doch noch zusammenkämen.

Die DZ Bank, die als genossenschaftliches Spitzeninstitut den Zahlungsverkehr für die rund 1 250 Volks- und Raiffeisenbanken abwickelt, ist mit einem Marktanteil von rund 17 % bereits heute größter Einzelanbieter im nationalen Zahlungsverkehr. Mit der Gründung eines rechtlich eigenständigen Abwicklungsinstituts will die DZ Bank ihre Systeme auch für andere Kreditinstitute öffnen. "Es entsteht ein Unternehmen, das in der Lage sein wird, Kreditinstituten auch außerhalb des genossenschaftlichen Sektors die Abwicklung des beleglosen wie auch des beleghaften Inlands- und Auslandszahlungsverkehrs zu attraktiven Konditionen anzubieten", teilte die Bank mit.

Dabei könnten die Banken als Mandanten oder als Miteigentümer des neuen Instituts auftreten, hieß es weiter. Die Gespräche mit der Commerzbank zur Gründung eines gemeinsamen Transaktionsinstituts mit der Commerzbank hätten jedoch bislang noch keine Einigung ergeben. Der zur Schweizer Versicherungsgruppe Zurich Financial wechselnde Commerzbank-IT-Vorstand Michael Paravicini hatte am Dienstag in einem Zeitungsinterview angedeutet, dass das geplante Gemeinschaftsprojekt von Commerzbank und DZ Bank wegen zu geringer Einsparungen scheitern könnte. "Im Moment sieht es eher so aus, als würde es relativ knapp werden", hatte Paravicini gesagt.

Die deutschen Banken suchen angesichts schwacher Erträge und hoher Kosten verstärkt nach Bereichen, in denen sich auch durch Kooperationen Synergiepotenziale erzielen lassen. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs steht dabei im Mittelpunkt des Interesses, da die Institute hier nicht direkt im Wettbewerb miteinander stehen.

So haben Deutsche Bank, Dresdner Bank und HypoVereinsbank angekündigt, ein Joint Venture zur Zahlungsverkehrsabwicklung gründen zu wollen. Kritiker solcher Gemeinschaftsprojekte weisen jedoch unter anderem darauf hin, dass einige Institute bei der Verschmelzung der Bereiche ihre IT-Systeme aufgeben müssten und dadurch in Abhängigkeit zu dem Partner geraten könnten, dessen System sich durchsetzt.

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