Gespräch mit Deutsche-Hyp-Vorstand Heinz-Jörg Platzek
Dresdner Bank gliedert Immobilien in Fonds aus

fs/nw HB FRANKFURT/M. Heinz-Jörg Platzek will die Marktposition der zum 1. Januar neu gebildeten Konzernbereiches Immobilien der Dresdner Bank stärken: In einem offenen Fonds werden die Immobilien im Eigenbestand der Bank zusammengefasst. Der Fonds könne zunächst bei institutionellen Investoren platziert werden, "wann immer es ein entsprechende Nachfragepotenzial gibt", sagte Platzek im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Er wechselte zum 1. Januar aus dem Dresdner-Bank-Konzernvorstand an die Spitze der Hypothekenbank und ist gleichzeitig Sprecher des Management Board der neuen Immobiliendivision. Der Vorteil des Fonds sei es, durch den Ansatz von Marktmieten eine hohe Kostendisziplin bei der Nutzung der Immobilien durch den Konzern zu schaffen, sagte Platzek. Rund 400 bankeigene Objekte seien in den vom Aufsichtsamt genehmigten Fonds gegangen, das Volumen betrage 2 Mrd. . Das Konzernergebnis im Jahr 2000 sei dadurch geringfügig belastet worden.

Ähnliches hat der Wettbewerber Depfa Deutsche Pfandbriefbank vor. Er plant, eigene Immobilienbestände in eine AG auszugliedern und in 1 bis 2 Jahren zu verkaufen.

Prinzipiell sieht Platzek seine Bank nach dem schweren Jahr 2000 mit 615 Mill. Risikovorsorge gut gerüstet für einen Neustart. Die alte Ertragsfähigkeit werde die Bank allerdings erst in etwa zwei bis drei Jahren wieder erreichen. Für 2001 rechnet Platzek mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern im einstelligen Bereich. Frühestens 2003 werde die Immobilienbank das Konzernziel von 15 % erreichen können. Um eine Schieflage in Zukunft zu vermeiden, gebe es jetzt im Unternehmensbereich Immobilien ein eigenes Risikomanagement, das nicht nur die Kredit-, sondern auch die Marktpreisrisiken und die Immobilienbewertung im Auge habe.

Zum 1. Januar hat die Dresdner Bank ihre Immobilienaktivitäten in einer der insgesamt sechs Unternehmensbereiche neu geordnet: Die Deutsche Hyp ist zusammengefasst mit dem Immobiliengeschäft der Dresdner Bank und den verbundenen Investment-Banking-Aktivitäten, vor allem von der Dresdner Bank in den USA. Andere Banken, etwa die Hypo-Vereinsbank, haben eine ähnliche Richtung eingeschlagen.

Mit dem Internet als Vertriebskanal hat Platzek eine "mehr als ernüchternde Erfahrung" gemacht. Immobilienfinanzierungen blieben ein beratungsintensives Produkt. Das Internet sei "nur ein Informartionsmedium für potenzielle Erwerber". Spätestens wenn sie den günstigsten Anbieter gefunden haben, würden sich die Kunden an einen Berater wenden.

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