Gespräch mit Klaus Zumwinkel
Post nimmt Nordamerika ins Visier

Die Deutsche Post AG sieht in ihrem Nordamerika-Geschäft mittelfristig ein deutliches Wachstumspotenzial. In den nächsten drei Jahren werde der Umsatzanteil von heute rund fünf Prozent stark steigen, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel in Washington im Gespräch mit der Nachrichtenagentur vwd.

vwd WASHINGTON. Vorrangiges Ziel sei, vor allem in den Sparten Express und Logistik, die von den USA aus hauptsächlich international operieren, weiter organisch und dabei profitabel zu wachsen. Im US-Binnenmarkt sieht Zumwinkel Expansionsbedarf bei maßgeschneiderten logistischen Gesamtlösungen.

Bei solchen alle Stufen der Wertschöpfungskette abdeckenden Angeboten aus einer Hand (Supply Chain Management) sei die Post in den USA noch zu schwach aufgestellt und daher interessiert an Akquisitionen. Er denke dabei an mittelgroße Anbieter, sagte Zumwinkel. Aktuell sei aber nicht mit Zukäufen zu rechnen: "Es gibt kein Projekt, das in den nächsten zwei oder drei Monaten spruchreif wäre." Der Bereich Solutions mit spezifischen Komplettangeboten steht für 1,47 Milliarden Euro Umsatz und macht damit bislang rund ein Sechstel der gesamten Logistikerlöse des Bonner Dax-Konzerns aus.

Ansonsten will die Post den inneramerikanischen Markt nach Zumwinkels Worten nur sehr vorsichtig angehen. Das gelte für den vom globalen Hauptkonkurrenten United Parcel Service Inc (UPS), Atlanta, dominierten Pakettransport am Boden wie für Landtransporte. Ein Einstieg in den US-Briefmarkt komme für die Post nicht in Frage. Verstärken will sie sich aber bekanntlich noch in der Luftfracht auf den interkontinentalen Routen nach Asien und Europa. Im Luft- und Seetransport ist die Post in den USA mit dem 1998 erworbenen Spediteur Danzas und im Jahr darauf hinzugekommenen Air Express International (AEI) präsent.

Außerdem besitzt sie seit 2001 die Mehrheit am größten internationalen Luftexpressdienst DHL. Voraussichtlich zum Ende dieses Jahres will sie den Anteil auf 73,6 von 50,6 Prozent ausbauen. Die Anteile, die bei zwei Investmentgesellschaften lägen, werde man vermutlich in einem Zug gemeinsam übernehmen, sagte Zumwinkel. Ferner ist die Post auch in den USA im grenzüberschreitenden Briefverkehr tätig und hat voriges Jahr den US-Ableger der BHF-Bank gekauft. Das inzwischen in PB (USA) Holdings umbenannte Institut soll als Keimzelle für weltweite Logistikfinanzierung dienen. Insgesamt hat die Post 16.000 Mitarbeiter in den USA.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%