Gespräch mit Oppositionspolitikerin
Birmas Militärregierung ließ EU-Delegation zu Suu Kyi

Reuters RANGUN. Die Militärregierung Birmas hat am Dienstag eine EU-Delegation mit der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sprechen lassen, die in Rangun unter strenger Bewachung lebt. Die vier Repräsentanten der Europäischen Union (EU) und der deutsche Botschafter in Rangun hielten sich über zwei Stunden im Haus der Politikerin auf. Außer dem UNO-Beauftragten Razali Ismail waren sie die einzigen ausländischen Diplomaten, die seit Beginn der Überwachung im September zu Suu Kyi durften.

Anschließend konferierte die Delegation mit Botschaftern einiger Mitglieder der Organisation Südostasiatischer Nationen (ASEAN), der Birma seit 1997 angehört. Die Gäste beurteilten die Lage positiv und seien optimistisch, sagte ein ASEAN-Diplomat. Die EU-Gesandten waren am Sonntag zu einem dreitägigen Besuch nach Birma gekommen. Am Montag wurde die Delegation der EU von Generalleutnant Khin Nyunt empfangen, dem Ersten Sekretär des regierenden Staatsrates für Frieden und Entwicklung.

Suu Kyi und ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) gewannen 1990 die Parlamentswahlen, doch hat das Militär sie von der Regierung fern gehalten. In letzter Zeit hat es Anzeichen für eine Entspannung in den Beziehungen zwischen den Generalen und Suu Kyi gegeben. Nach UNO-Angaben gab es Geheimverhandlungen zwischen ihr und der Militärregierung. In der vergangenen Woche wurden über 80 NLD-Mitglieder aus der Haft entlassen, darunter der 2. Vorsitzender der NLD, Tin Oo. Aus der Presse verschwanden die sonst üblichen Schmähungen der Partei.

Birma hatte sich mit dem Besuch der EU-Delegation im Dezember bei einer Konferenz von EU und ASEAN in Laos einverstanden erklärt. Die Medien des Landes haben den Besuch nicht erwähnt, doch ist er Stadtgespräch in Rangun, weil ausländische Rundfunkanstalten in ihren Sendungen für Birma darüber berichtet haben.

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