Gespräch mit saudischem Kronprinzen
Bush fordert friedlichen Abzug Israels

Nach einem fünfstündigen Gespräch mit dem saudiarabischen Kronprinzen Abdullah, der sich besorgt über das Verhältnis zu den USA wegen des Nahostkonflikts äußerte, hat US-Präsident George W. Bush ein gewaltlosen Abzug Israels aus den palästinensischen Gebieten gefordert.

Reuters CRAWFORD. "Israel muss den Abzug (aus den palästinensischen Gebieten) zu Ende bringen; dazu gehört eine Lösung der Belagerung von Ramallah und Bethlehem auf eine gewaltlose Art", sagte Bush zu Journalisten, nach seinem Treffen mit Abdullah am Donnerstag. Die Palästinenser müssten ihrerseits "mehr tun, um den Terror zu stoppen". Das "freundliche" Treffen habe das enge Verhältnis Saudi-Arabiens und der USA bestätigt, sagte Bush weiter. Beide Länder teilte eine Vision einer friedlichen Koexistenz Israels und der Palästinenser.

"Wenn das alles ist, was der Präsident zu sagen hatte, dann scheint es, als ob sie keine Fortschritte gemacht, einen gemeinsamen Nenner zu finden", sagte Judith Kipper, Nahost-Expertin vom Center for Strategic and International Studies. Abdullah hatte vor dem Treffen einem Zeitungsbericht zufolge die USA vor "schwerwiegenden Konsequenzen" für ihre Interessen in der Region gewarnt, sollte Bush seine Unterstützung der israelischen Offensive gegen die Palästinenser nicht mäßigen. Aus Regierungskreisen verlautete, Abdullah habe bei dem Gespräch seine Sorge über die Richtung der Beziehungen zwischen seinem Land und der USA wegen der Gewalt im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht.

Israel hatte am Karfreitag eine Offensive im Westjordanland begonnen, nachdem Dutzende Israelis bei einer Serie von Selbstmordanschlägen ums Leben gekommen waren. In Ramallah belagerten Truppen den Amtssitz von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat. In Bethlehem hat die Armee die Geburtskirche umstellt, in der sich bewaffnete Palästinenser verschanzt haben. In der Kirche, wo nach christlicher Überlieferung Jesus Christus geboren wurde, halten sich auch Geistliche auf.

Saudi-Arabien dreht Ölhahn nicht zu

In einem Bericht der "New York Times" hieß es zudem, Saudi-Arabien könnte aus Frustration über die Nahost-Politik der USA erwägen, sich dem Öl-Embargo Iraks anzuschließen. Der saudiarabische außenpolitische Berater Adel El Dschubeir wies dies zurück. Bush sagte, Saudi-Arabien habe öffentlich deutlich gemacht, dass es Öl nicht als Druckmittel einsetzen werde. Er erwarte, dass sich Saudi-Arabien an diese Erklärung halten werde. Irak hatte am 8. April aus Protest gegen das Vorgehen Israels in den Palästinenser-Gebieten einen vierwöchigen Lieferstopp verfügt.

Abdullah hatte vergangenen Monat eine Friedensinitiative für den Nahen Osten vorgestellt, der die Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten vorsieht, wenn sich Israel im Gegenzug aus den seit 1967 besetzten Gebieten zurückzieht. Bush hatte den Plan ein "neues Portal" zum Frieden genannt.

Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA in dem von den USA angeführten Kampf gegen den Terrorismus. An dem Treffen auf der Ranch von Bush in Crawford im US-Bundesstaat Texas nahmen auch Vizepräsident Dick Cheney, Außenminister Colin Powell sowie die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice teil.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%