Gespräche auf Arbeitsebene vor Abschlussrunde mit Kanzler Schröder
Atomkonsens rückt offenbar in greifbare Nähe

Ein Durchbruch bei den Atomausstiegsgesprächen steht dem Vernehmen nach unmittelbar bevor.

adx BERLIN. In Berliner Regierungskreisen wurde am Freitag bestätigt, dass ein Spitzengespräch bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am kommenden Mittwoch durchaus möglich ist. Es seien jedoch noch "einige Fragen offen". Diese sollen am Pfingstwochenende in weiteren Gesprächen auf Arbeitsebene geklärt werden, hieß es weiter. Abhängig von den Ergebnissen dieser Treffen werde dann entschieden, ob es am Mittwoch zu der Begegnung der Energiemanager mit dem Kanzler komme.

Die "Berliner Zeitung" hatte zuvor berichtet, die Grundzüge des von der Regierung geplanten Atomausstiegs stünden fest. Dem Vereinbarungsentwurf zufolge soll es in dieser Legislaturperiode keine "politisch veranlasste Reaktorstilllegung" geben. Allerdings zeichne sich für das seit 26 Jahren laufende AKW Biblis A aus wirtschaftlichen Gründen eine rasche Stilllegung ab, weil sich die Nachrüstungsinvestitionen nicht mehr lohnten.

Für die 19 Reaktoren soll beim Kanzlertermin dem Bericht zufolge eine Höchstmenge an Atomstrom festgelegt werden. Die Zeitung nennt eine Spanne zwischen 2 600 und 2 700 Terrawattstunden plus einem Bonus für das wegen eines Genehmigungsfehlers nicht nutzbare Kraftwerk Mülheim-Kärlich. Als zweite am Mittwoch zu fällende Entscheidung wird in dem Bericht der Zeitpunkt für die Abschaltung des letzten deutschen Meilers genannt. In Verhandlungskreisen sei von einem Termin "in der ersten Hälfte der 20er Jahre" die Rede. Das würde einer Mindestlaufzeit von 35 Jahren entsprechen, wie es die Atomindustrie auch fordere. Die Regierung war mit einer Befristung von 30 Jahren in die Verhandlungen gegangen.

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