Gespräche bestätigt
Unruhe in der deutschen Bankenlandschaft

Die Dresdner Bank spricht mit der Commerzbank, nun denkt angeblich die Allianz über eine Kooperation mit der britischen Bank Lloyds TSB nach.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Gerüchte um eine Neuordnung der deutschen Bankenlandschaft wollen kein Ende nehmen. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" denkt der Münchner Versicherungskonzern Allianz über eine Kooperation mit der britischen Bank Lloyds TSB nach. Dabei werde geprüft, wie die britische Bank in eine Beteiligung bei der Deutschen Bank 24 eingebunden werden könne, berichtete das Blatt unter Berufung auf britische Finanzkreise. Zugleich bestätigte ein Dresdner-Bank-Manager "Gespräche auf hoher Ebene" mit der Commerzbank.

Die Allianz wolle die Deutsche Bank 24 als Vertriebsplattform benutzen, aber nicht ins reine Filialbankgeschäft einsteigen, berichtete die "Welt am Sonntag". Diesen Part könnte dann Lloyds TSB übernehmen, spekulierte das Blatt. Im Zuge der geplatzten Fusion von Deutscher und Dresdner Bank, an der die Allianz mehr als 20 % hält, wollte der Versicherungskonzern in die Deutschen Bank 24 einsteigen. Auch nach dem Scheitern der Fusion hatten die Münchner Interesse signalisiert. Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Zugleich sagte ein Dresdner-Bank-Manager der "Sächsischen Zeitung", es würden "seit geraumer Zeit Gespräche auf hoher Ebene" mit der Commerzbank geführt. Allerdings gehe es nicht um eine Fusion, sondern um eine Kooperation in "kostenintensiven Bereichen". Als Beispiele nannte er die Abwicklung des Zahlungsverkehrs und den Handel mit Wertpapieren.

Auch im Geschäft mit privaten Kunden gebe es "sicherlich Möglichkeiten, Kosten einzusparen", sagte der Manager. Für die Commerzbank "hätte es Charme", von Dresdner Kleinwort Benson zu profitieren. Das ist die Investmentbank-Tochter der Dresdner Bank in London. An ihr waren im April die Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank gescheitert. Eine Sprecherin der Dresdner Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Auch zu Gerüchten, Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen und Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz wollten sich am Samstag in Frankfurt treffen, um zusammen mit weiteren Vorständen Einzelheiten einer möglichen Fusion zu diskutieren, äußerten sich weder die Banken noch die Allianz.

Kohlhaussen hatte in der Vergangenheit allerdings immer wieder betont, sein Haus wolle eigenständig bleiben. Eine Fusion wäre nach Einschätzung von Uwe Foullong, der als Vertreter der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt, daher gegen die bisherige Strategie des Vorstandes. Gespräche mit anderen Banken über Kooperationen, zum Beispiel bei der Abwicklungstätigkeit, hielt Foullong dagegen nicht für ausgeschlossen.

Als Unsicherheitsfaktor gilt allerdings die Cobra Beteiligungsgesellschaft, die überraschend 17 % an der Commerzbank erworben hatte und damit größter Aktionär des Kreditinstitutes ist. Nach Einschätzung von Analysten ist die Commerzbank damit unter Druck geraten.



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