Gespräche fortgesetzt
Holzmann-Insolvenz immer wahrscheinlicher

Eine Insolvenz der Philipp wird nach Angaben aus Bankenkreisen trotz weiter laufender Gespräche über ein Rettungspaket immer wahrscheinlicher. "Wenn sich über das Wochenende nichts tut, muss Holzmann wohl schon am Montag Insolvenz anmelden", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker.

Reuters FRANKFURT. Die Verhandlungen der Gläubigerbanken über eine Rettung des angeschlagenen Baukonzerns waren am Donnerstag in Frankfurt vorerst gescheitert. Am Freitag seien die Gespräche telefonisch fortgesetzt worden, hieß es in den Kreisen weiter.

Das mit insgesamt knapp 1,5 Mrd. Euro verschuldete Unternehmen zeigte sich indes weiter optimistisch, dass eine Insolvenz noch abgewendet werden kann: "Wir sind zuversichtlich, dass in Kürze eine in die Zukunft gerichtete Lösung gefunden wird", sagte ein Holzmann-Sprecher. Die Lage sei nicht einfach, doch die Gespräche der 17 Banken verliefen konstruktiv. Das vom Holzmann-Großaktionär und Hauptgläubiger Deutsche Bank befürwortete Sanierungskonzept war am Donnerstag von der HypoVereinsbank, der Dresdner Bank und der Bankgesellschaft Berlin abgelehnt worden. Auch die Commerzbank hat den Plänen noch nicht zugestimmt. "Solange es kein tragfähiges Konzept gibt, ist eine Unterstützung nicht möglich. Bislang ist das nicht der Fall", bekräftigte ein Dresdner-Bank-Sprecher am Freitag.

Der bislang noch vorläufige Verlust des Baukonzerns beträgt für 2001 nach Angaben aus Bankenkreisen 240 Mill. Euro und zehrt das Eigenkapital von Holzmann auf. Um eine Überschuldung und die damit verbundene Insolvenz zu vermeiden, benötigt Holzmann kurzfristig frisches Kapital der Banken. Einige der beteiligten Banken sehen in einem Insolvenz-Verfahren auch Chancen: "Wenn der Insolvenzantrag gestellt ist, gibt das natürlich auch Rechtssicherheit", sagte ein anderer mit den Gesprächen vertrauter Banker. Die gesetzlichen Regeln seien sehr eindeutig. "Wir müssen auf jeden Fall vermeiden, auch nur den Verdacht einer Konkursverschleppung zu erwecken", fügte er hinzu.

Vertreter der Gläubigerbanken äußerten am Freitag ihr Unverständnis über die Haltung von Dresdner, HVB und der Bankgesellschaft Berlin. "Wir würden ja auf Forderungen verzichten, die wir sowieso nicht mehr bekommen. Dadurch hätte Holzmann zunächst aber wieder etwas Spielraum und die Banken mehr Zeit einen Investor für Holzmann zu finden", sagte ein Banker, dessen Institut dem Sanierungskonzept zugestimmt hat. Das bisherige Rettungskonzept sieht zunächst den Verkauf einer Holzmann-Tochter und dann einen Forderungsverzicht vor. Durch diese beiden Schritte sollen Holzmann insgesamt 200 Mill. Euro zufließen. In einem dritten Schritt will Holzmann seine mit Risiken und Krediten belasteten Immobilien im Wert von rund 500 Mill. Euro auf die Banken übertragen.

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