Gespräche gescheitert: Kolumbiens Präsident stellt FARC Ultimatum

Gespräche gescheitert
Kolumbiens Präsident stellt FARC Ultimatum

Der kolumbianische Präsident Andres Pastrana hat den Rebellen der FARC nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensgespräche 48 Stunden gegeben, um die ihnen überlassene demilitarisierte Zone zu verlassen. Zugleich erklärte Pastrana im Landesfernsehen am Mittwoch, die Tür für weitere Verhandlungen bleibe offen.

Reuters BOGOTA. Die kolumbianische Regierung hatte zuvor die Friedensgespräche mit den Rebellen der linksextremen Revolutionären Kräfte Kolumbiens (FARC) für abgebrochen erklärt. Nach dem Abzug der Rebellen würden Sicherheitskräfte in dem Gebiet stationiert, hieß es.

Der Chefunterhändler der Regierung, Camilo Gomez, erklärte nach Beendigung der Gespräche, die FARC hätten die ihnen angebotenen Vorschläge und Alternativen abgeschrieben. Zuvor hatten die Verhandlungen drei Monate lang pausiert, nachdem die Rebellen Gespräche über eine Waffenruhe verweigert hatten, um damit gegen Luftüberwachung und Grenzkontrollen des Militärs zu protestieren. Nach Einschätzung von Beobachtern würde mit der Entsendung des Militärs eine neue Eskalation der Gewalt drohen.

Die FARC, die nach eigenen Angaben über 17 000 Mitglieder verfügt und erklärt, für den Sozialismus zu kämpfen, warf der Regierung vor, sie in den Verhandlungen belogen zu haben. In den USA wird die FARC als terroristische Vereinigung gesehen, die auch in den Kokain-Handel verwickelt ist.

Pastrana sagte im Fernsehen, er wolle sich weiter um Frieden bemühen. "Dies ist nicht das Ende", sagte er. Die Tür zum Dialog und zu weiteren Verhandlungen werde offen gehalten.

In Kolumbien herrscht seit 37 Jahren Bürgerkrieg. Im vergangenen Jahrzehnt allein starben bei den Kämpfen etwa 40 000 Menschen. Die Regierung in Bogota unter Präsident Pastrana bemüht sich mit amerikanischer Hilfe um Bekämpfung des Drogenhandels und der Bandenkriminalität.

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