Gespräche gescheitert
Metall-Tarifstreit weiter offen

Mit einem Spitzengespräch haben IG Metall und Arbeitgeber am Freitag versucht, im festgefahrenen Tarifkonflikt doch noch eine Lösung zu finden und einen Streik abzuwenden. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel sagte nach dem Gespräch mit Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser in Stuttgart, beide Seiten würden nun ihre Gremien informieren.

WiWo/ap STUTTGART. Davon hänge es ab, ob es im Bezirk Baden-Württemberg weitere Verhandlungen geben werde. Am Nachmittag wollte sich die Große Tarifkommission der Gewerkschaft treffen, um über die Fortgang der Verhandlungen zu beraten.

Die Gespräche in dem traditionellen Metall-Pilotbezirk mit 820 000 Beschäftigten waren am frühen Freitagmorgen zunächst für gescheitert erklärt worden. Zwickel hatte den Metallarbeitgebern vorgeworfen, den Bruch der Verhandlungen herbeigeführt zu haben. Ihr Angebot habe unterhalb des Abschlusses in der Chemieindustrie gelegen. Eine Entscheidung über einen Streik stehe unmittelbar bevor, "wenn uns die Arbeitgeber keine andere Möglichkeit lassen", sagte Zwickel.

Der Stuttgarter IG-Metall-Bezirkschef Berthold Huber hatte die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Die Bezirksleitung werde der Großen Tarifkommission empfehlen, am (heutigen) Freitag beim Hauptvorstand das Scheitern der Verhandlungen zu beantragen, sagte Huber. Zudem solle für den Bezirk eine Urabstimmung vorgeschlagen werden.

"IG Metall wird nicht schlechter als die Chemie abschließen"

Huber sagte, die Arbeitgeber hätten in den Verhandlungen ein Angebot im Gesamtvolumen von 3,25 Prozent vorgelegt. Huber verwies auf den am Donnerstag erzielten Tarifabschluss in der Chemieindustrie im Gesamtvolumen von 3,6 Prozent und sagte, es sei nicht zumutbar, dass die IG Metall schlechter abschließe, "zumal bei uns die Lage besser aussieht." Die IG Metall habe sich einen Abschluss in der Größenordnung von vier Prozent vorgestellt, und dazu habe sie mehrere Lösungsmodelle vorgeschlagen. Diese seien von den Arbeitgebern abgelehnt worden.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Otmar Zwiebelhofer, kritisierte das Verhalten der IG Metall scharf. Ein Streik passe nicht in die Landschaft. Ein Streik sei auch kein Weg, um eine Auseinandersetzung im 21. Jahrhundert zu führen. Die Arbeitgeber hätten ein Angebot vorgelegt von 3,3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten und eine Einmalzahlung von 190 Euro im ersten Jahr. Die IG Metall habe auf vier Prozent beharrt. "Das bedauern wir sehr."

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