Gespräche in den USA
USA überdenken harte Haltung im Klimastreit

Die USA sind möglicherweise bereit, ihre harte Haltung im Klimastreit noch einmal zu überdenken. Der niederländische Umweltminister Jan Pronk sagte nach Gesprächen mit ranghohen US-Vertretern, die Regierung von George W. Bush vertrete nicht mehr die Auffassung, das Kyoto-Abkommen sei tot.

ap WASHINGTON. "Das höre ich nicht mehr. Ich glaube, dass war eine voreilige Erklärung", sagte Pronk nach Gesprächen mit der Leiterin der US-Umweltbehörde Christie Whitman. Die USA hatten im vergangenen Monat mit der Absage an das Klimaschutzprotokoll von Kyoto heftige internationale Kritik ausgelöst. Zur Begründung führte Bush damals Kostengründe an. Pronk sagte am Mittwoch, die US-Regierung wolle nun neue Vorschläge vorlegen. Selbst wenn die USA bei ihrem Nein zu Kyoto blieben, sei das Ziel weiterhin eine Ratifizierung des Protokolls bis 2002, erklärte Pronk.

Die 1997 von der UN-Klimakonferenz in Kyoto beschlossene Vereinbarung verpflichtet die Industrieländer, den Ausstoß von sechs Treibhausgasen bis 2012 weltweit um 5,2 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Als Voraussetzung für die Ratifizierung des Abkommens gelten Vereinbarungen zur konkreten Umsetzung, über die im Juli in Bonn weiter verhandelt werden sollen. Das Klimaprotokoll soll bis 2002 in Kraft treten. Voraussetzung ist, dass es von mindestens 55 Staaten ratifiziert wird. Darunter müssen sich Industriestaaten befinden, auf die mindestens 55 % aller Treibhausgasemissionen entfallen. Die USA alleine verursachen 25 % der gesamten Schadstoffmenge.

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