Gespräche laufen noch: Keine Entscheidung zu Versicherungshilfen

Gespräche laufen noch
Keine Entscheidung zu Versicherungshilfen

Das Bundesfinanzministerium hat offen gelassen, ob die Regierung den Lebensversicherern bei der Bewältigung der Folgen der Aktienkursrückgänge hilft.

Reuters BERLIN. "Die Gespräche laufen, es gibt noch keine Festlegungen oder Entscheidungen", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag auf Anfrage. Damit reagierte er auf einem Bericht der "Financial Times Deutschland", die einen Regierungsbeamten mit den Worten zitiert hatte: "Weder im Kanzleramt noch im Finanzministerium besteht derzeit bislang irgendeine Neigung, auf die Forderung nach einer Verlängerung der gesetzlichen Abschreibungsfristen einzugehen." Sollte der Deutsche Aktienindex (Dax) in Folge des Irak-Kriegs weiter stark einbrechen, müsse die Forderung der Versicherungswirtschaft allerdings neu bewertet werden.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatte kürzlich die Höhe der "stillen Lasten" der Branche auf 15 bis 20 Milliarden Euro beziffert, was zu Abschreibungen auf Aktienbestände in dieser Dimension führen könnte. Die Versicherer verlangen mehr Zeit, um die Wertverluste aus ihren Aktienbeständen nicht vollständig im laufenden Jahr abschreiben zu müssen. Ansonsten drohen ihnen dem Zeitungsbericht zufolge schlechtere Ergebnisse und teilweise auch Engpässe beim Eigenkapital.

Ministerium: Gespräche laufen noch

Nach Angaben des Finanzministeriums laufen die Gespräche mit den Versicherungen noch auf Fachebene. Es gebe hier bislang keinerlei Festlegungen. Zu dem Zeitungsbericht von einer Absage der Regierung an die Branchenforderungen sagte der Sprecher: "Von uns kommt das nicht."

Der GDV hatte mit Blick auf die Belastungen durch Abwertungen seiner Aktienbestände erst vor wenigen Wochen erklärt, Liquiditätsprobleme in der Branche gebe es dennoch nicht. Die deutschen Lebensversicherer verfügen über Kapitalanlagen von derzeit rund 600 Milliarden Euro. Der Anteil der Aktien daran sei inzwischen auf deutlich unter zehn Prozent gesenkt worden, hatte der Verband erklärt.

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