Gespräche laufen – Umsatz unter Plan
Grundig geht das Geld aus - Investor dringend gesucht

Dem Unterhaltungs-elektronik Grundig AG-Hersteller läuft die Zeit davon: Bis Ende Juni muss Grundig-Chef Hans-Peter Kohlhammer einen finanzkräftigen Partner finden, der dem Traditionsunternehmen aus der Klemme hilft.

NÜRNBERG. "Wir brauchen frisches Geld, und das geht nicht über Kredite", sagte Kohlhammer dem Handelsblatt.

Auf die Hilfe der Banken will sich der Grundig-Chef in Zukunft offenbar nicht mehr stützen. Derzeit ist das Unternehmen mit drei Finanzinvestoren in Verhandlungen, die Gespräche seien weit gediehen, heißt es. Wunschpartner der Nürnberger war zunächst ein Unternehmen aus der Branche, doch hat sich dieser Plan wegen der Krise der Unterhaltungselektronik zerschlagen.

Grundig, einst ein Vorzeige-Unternehmen des Wirtschaftswunders, war nach dem Siegeszug der asiatischen Konkurrenz zum Dauersanierungsfall geworden. In der 90er-Jahren hatte sich Philips vergeblich an Grundig versucht, vor zwei Jahren hatte der Antennenbauer Kathrein 89 % übernommen und damit die drohende Insolvenz verhindert.

Das neue Management verordnete Grundig ein Spar- und Sanierungsprogramm. Dennoch haben die Nürnberger die schwache Branchenkonjunktur zu spüren bekommen. Der Umsatz lag im ersten Quartal etwa 10 % unter den Planungen. Das Ergebnis fiel dagegen besser aus als prognostiziert. Damit trägt das Sanierungsprogramm erste Früchte.

Auch dem CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber dürfte sehr daran gelegen sein, dass Grundig schnell einen starken Partner findet. Denn die Insolvenzfälle Kirch Media und Fairchild Dornier haben die Erfolgsbilanz des bayerischen Ministerpräsidenten zuletzt getrübt. Stoiber will Bundeskanzler Gerhard Schröder vor allem wirtschaftspolitisch attackieren.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%