Gespräche mit Carlyle
Fiat will Luftfahrttochter verkaufen

Der angeschlagene italienische Industriekonzern Fiat verhandelt mit dem US-Beteiligungsunternehmen Carlyle Group über einen Verkauf seiner Luftfahrtsparte Fiat Avio. Es gebe bereits eine unverbindliche Absichtserklärung (memorandum of understanding), teilte Fiat am Montag in Mailand mit.

rtr/dpa MAILAND. Die staatlich kontrollierte italienische Rüstungsfirma Finmeccanica werde als industrieller Partner an den Gesprächen teilnehmen, hieß es. Zeitungen hatten berichtet, Finmeccanica strebe im Rahmen der Transaktion 30 % an Avio an. Der italienische Staat ist Berichten zufolge um Einfluss bei Fiat Avio bemüht, einem wichtigen Zulieferer der Streitkräfte des Landes.

Fiat teilte mit, der Unternehmenswert von Avio sei für die Verhandlungen auf 1,6 Mrd. ? festgesetzt worden. Die einer Übernahme vorangehende Firmenprüfung (due diligence) werde fünf Wochen dauern. Mit einem Verkauf von Fiat Avio an Carlyle und Finmeccanica wäre die Bildung eines vierten großen Triebwerksherstellers neben Rolls-Royce, Pratt & Whitney und General Electric wohl vom Tisch. Vor einem solchen Konglomerat hatte vor einigen Wochen der deutsche Triebwerksherstellers MTU Aero Engines gewarnt, eine Tochter von Daimler-Chrysler.

Unbestätigten Berichten zufolge könnten Carlyle und Finmeccanica daran interessiert sein, Fiat Avio später mit MTU zusammenzufassen. MTU gehört bei Daimler Chrysler nicht zum Kerngeschäft. Ein MTU-Sprecher wollte die Fiat-Verhandlungen mit Carlyle am Montag nicht kommentieren. Er wiederholte lediglich, sein Unternehmen wäre nicht glücklich über die Bildung eines großen Konglomerats. "Diese Gefahr scheint nun wohl gebannt zu sein", fügte er hinzu.

Fiat Avio zählt 14 Werke mit insgesamt rund 5 000 Beschäftigten. 2002 erzielte es nach Fiat-Angaben einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 210 Millionen Euro. Erst vor zwei Wochen hatte Fiat den Verkauf der Toro-Versicherungsgruppe an den italienischen Verlag De Agostini bekannt gegeben. Der Verkaufspreis wurde mit 2,4 Milliarden Euro angegeben. Fiat trennt sich von Tochterunternehmen und Beteiligungen, um die tief in der Verlustzone befindliche Automobilsparte zu stärken.

Fiat braucht Geld, um seine Verschuldung zu senken und die verlustreiche Autosparte zu sanieren. Die Fiat-Aktie wurde am Vormittag in einem freundlichen Umfeld 3,8 % höher mit 6,12 ? gehandelt.

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