Gespräche mit der Direkt Anlage Bank gescheitert
Systracom verhandelt mit Merrill Lynch

Die von der Insolvenz bedrohte Systracom Bank AG verhandelt nach Angaben aus Finanzkreisen jetzt nur noch mit Merrill Lynch über eine mögliche Übernahme. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bank 24 AG seien bereits am vergangenen Donnerstag gescheitert, weil die Deutsche Bank den Systracom-Aktionären lediglich den symbolischen Preis von 1 DM habe bieten wollen, hieß es.

ali/fs/po DÜSSELDORF. Systracom wollte dazu gestern keine Stellung nehmen. Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte, dass es kein aktuelles Interesse an Systracom gebe. Merrill Lynch wollte auf Nachfrage ebenfalls keinen Kommentar abgeben.

Den Angaben aus Finanzkreisen zufolge könnte die Übernahme so gestaltet werden, dass Merrill Lynch das Bankgeschäft inklusive der technischen Plattform, der Mitarbeiter und der Kunden übernimmt. Von der Systracom Bank AG bliebe dann nur noch der Mantel übrig, bei dem langfristige Verträge wie zum Beispiel Mietverträge oder der Sponsoring-Vertrag mit dem Deutschen Handball-Bund verblieben. Dieser Mantel sei auf Grund des Verlustvortrages dann separat veräußerbar.

Gespräche mit der Direkt Anlage Bank AG (DAB) sind am Dienstag ohne Ergebnis beendet worden. Ziel der Verhandlungen war es, dass der Systracom-Vorstand den Kunden öffentlich einen Wechsel zur DAB empfiehlt. "Die Gespräche sind aus juristischen Gründen gescheitert. Konzeptionell und vom Ablauf her waren wir uns einig", sagte DAB-Vorstandssprecher Matthias Kröner gegenüber dem Handelsblatt. Systracom müsse die Insolvenz beantragen und der Vorstand sei deshalb zum Schweigen verdammt. Kröner betonte aber, dass der Wechsel zur DAB für die Systracom-Kunden dennoch ein effektiver Weg sei: Da Systracom und DAB dieselbe Abwicklungsbank haben, würde die Depotübertragung nur 5 Tage statt wie üblich 4 Wochen dauern.

Auch Consors wirbt mit Anzeigen um die Systracom-Kunden. Von diesen seien deutlich weniger als die genannten 9 000 Stück aktiv, war zu hören. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) hatte am vergangenen Freitag ein Veräußerungs und Zahlungsverbot über den Online-Broker verhängt und den Geschäftsbetrieb einstellen lassen.

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