Gespräche mit der Finanzaufsicht: Gerling sucht Lösung für Rückversicherer

Gespräche mit der Finanzaufsicht
Gerling sucht Lösung für Rückversicherer

Der angeschlagene Gerling-Konzern steht in Gesprächen mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), um mögliche Probleme im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Rückversicherers Gerling Globale Rück (GGR) auszuräumen.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir sind in engem Kontakt mit der BAFin, um mögliche Probleme auszuräumen und nach Lösungen zu suchen", sagte ein Gerling-Sprecher am Donnerstag in Köln. "Wir sind sicher, diese auch einvernehmlich zu finden", fügte er hinzu. In Branchenkreisen hieß es, das BAFin werde die Prüfung der Übernahme der GGR sehr bald abschließen. Eine Lösung für das defizitäre Rückversicherungsgeschäft gilt als eine der Voraussetzungen für den angestrebten Verkauf des Gerling-Konzern.

Gerling hatte im November angekündigt, der Konzern werde sein gesamtes Rückversicherungsgeschäft verkaufen und sich künftig auf das profitable Erstversicherungsgeschäft konzentrieren. Die GGR gehe an den Versicherungsexperten und früheren Vorstandschef der Frankona Rück, Achim Kann. Einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD), Gerling suche wegen Bedenkens des BAFin gegen Kann überraschend nach einem neuen Mehrheitseigner, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Beim BAFin hieß es, die Behörde nehme die Anteilseignerkontrolle sehr ernst. Maßstab sei dabei eine solide und umsichtige Führung des Unternehmens durch den Anteilseigner. Zu laufenden Untersuchungen gebe die Behörde aber grundsätzlich keine Auskunft, betonte ein Sprecher.

In Branchenkreisen hieß es, die Prüfung der Transaktion zwischen Gerling und Kann durch das BAFin werde wohl "sehr bald" abgeschlossen. Die beim BAFin für Versicherungsübernahmen übliche Prüfung laufe über drei Monate. Im Fall Gerling Ende sie Anfang März. Die Frist werde aber wohl nicht voll ausgeschöpft.

Die "FTD" berichtete unter Berufung auf Versicherungskreise, die BAFin habe bereits signalisiert, dass sie der Übernahme durch Kann nicht zustimmen werde. Grund seien knappe Finanzmittel Kanns. Dem Zeitungsbericht zufolge verhandelt Gerling bereits mit der Castlewood Holdings über die GGR, die 80 Prozent der Aktien übernehmen solle. Kann solle künftig 20 Prozent an der GGR halten. Der Gerling-Konzern verhandelt nach eigenen Angaben mit verschiedenen potenziellen Käufern. Bis nächstes Jahr will Gerling rund 2000 Stellen abbauen.

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