Gespräche mit einem neuen Kandidaten für Chefsessel laufen
KPN-Chef Paul Smits tritt zurück

Nach Milliardenverlusten ist der Chef des niederländischen Telefonunternehmens KPN zurückgetreten. Dies teilte die mit 22,8 Mrd. Euro verschuldete KPN am Montag in Den Haag mit. Weizer hieß es, der Aufsichtsrat stehe "in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Kandidaten für den Posten des Vorstandsvorsitzenden". Die Frage werde voraussichtlich noch im Laufe des Tages geklärt.

dpa-afx/rtr/afp DEN HAAG. Smits werde aber so lange die Geschäfte führen, bis ein Nachfolger gefunden sei. KPN kündigte an, eine Mitteilung über die Nachfolge Smits und den Erfolg der Finanzierungsgespräche solle noch vor Börsenschluss um 17.30 Uhr erfolgen. Gleichzeitig bestätigte die hoch verschuldete KPN, dass sie mit Banken in Verhandlungen über weitere Kredite steht.

KPN hatte in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Netto-Verlust von 1,038 Mrd. Euro (2,03 Mrd. DM) verbuchen müssen. Das Unternehmen sitzt gleichzeitig auf Rekordschulden von 22,8 Milliarden Euro, die unter anderem durch den Kauf von E-Plus und mehrere UMTS-Mobilfunklizenzen aufgelaufen sind. An den Märkten wird zunehmend bezweifelt, ob das Unternehmen seine ursprünglichen Ziele zum Schuldenabbau noch erreichen könne. Zudem scheitere vor gut einer Woche die Fusion von KPN mit belgischen Staatskonzern Belgacom.

In einer knappen Presseerklärung bestätigte KPN zugleich, dass mit Banken Gespräche über neue Kreditlinien geführt worden seien. Diskussionen über beide Themen sollten noch im Laufe des Montag abgeschlossen werden, hieß es. Man gehe davon aus, noch vor Börsenschluss eine entsprechende Ankündigung machen zu können.

Nach Darstellung der niederländischen Wirtschaftszeitung "Het financieele Dagblad" habe KPN am Wochenende bei Banken eine Kredit-Vereinbarung über 2,5 Mrd. USD abgeschlossen. Eine solche Kreditvereinbarung sei vom KPN-Aufsichtsrat zur Voraussetzung für die Anstellung eines neuen Chefs gemacht worden. Der neue Kredit soll bestehende Finanzierung ergänzen. Bei Vorlage der Halbjahreszahlen hatte KPN vergangene Woche erklärt, dass die Finanzierung des Konzerns bis Sommer kommenden Jahres sichergestellt sei.

Die KPN-Aktie legte im Anschluss an die Unternehmensmitteilung zum Handelsauftakt gegen einen schwächeren Trend am Gesamtmarkt deutlich zu. In der ersten Handelsstunde in Amsterdam lagen die Papiere mit 13 Prozent im Plus bei 2,70 Euro. Der AEX-Index verzeichnete dagegen ein Minus von 0,1 Prozent auf 485,55 Punkte.

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