Gespräche mit Infineon über eine Zusammenarbeit bei DRAM-Speicherchips
Toshiba streicht 20 000 Stellen

Der japanische Elektronikriese Toshiba will Medienberichten zufolge angesichts starker Ertragseinbußen im Halbleitergeschäft 20 000 seiner weltweit rund 190 000 Stellen streichen.

dpa TOKIO. Ferner liefen Gespräche mit der Siemens-Chiptochter Infineon über eine Zusammenarbeit bei DRAM-Speicherchips. Als Folge der weltweiten Flaute bei Informationstechnologien (IT) hatten zuvor auch die beiden japanischen Konkurrenten Fujitsu und NEC massive Stellenkürzungen angekündigt. Toshiba will den Berichten zufolge in dieser Woche ebenfalls umfangreiche Restrukturierungspläne vorlegen.

Zugleich werde das Unternehmen seine Ertragsprognose drastisch senken. Wie die Wirtschaftszeitung «Nihon Keizai Shimbun» am Wochenende berichtete, rechnet Toshiba für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) mit einem drastischen Rückgang des operativen Gruppengewinns von 96 % auf rund zehn Mrd. Yen (175,4 Mio Mark/89,9 Mio Euro). Im Mikrochipgeschäft erwarte Toshiba einen Verlust von rund 100 Mrd. Yen, nach zuvor noch geschätzten 50 Mrd. Yen Gewinn. Angesichts des rapiden Preisverfalls wolle Toshiba nun sein Geschäft mit Speicherchips ausgliedern, hieß es.

Neben den bereits laufenden Gesprächen mit dem deutschen Chiphersteller Infineon über eine Zusammenlegung der Geschäfte mit DRAM- und Flash Memory-Chips wolle Toshiba in Kürze auch mit der südkoreanischen Samsung Electronics sprechen, berichtete das Blatt. Toshiba wäre demnach der erste japanische Hersteller, der sein Speicherchip-Geschäft mit einem Auslandskonzern verschmelzen würde.

Samsung ist der weltgrößte Hersteller von DRAM-Chips. Während die Preise für diese Chips im vergangenen Jahr um 90 % eingebrochen waren, seien die für Flash Memory-Chips um die Hälfte gesunken. Toshiba rechne frühestens 2003 mit einer Erholung im Informationstechnologie-Sektor. Vor diesem Hintergrund will Toshiba Medienberichten zufolge jeweils 10 000 Arbeitsplätze im In- und Ausland streichen. In Japan solle dies durch Versetzungen in andere Firmen oder durch freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern erfolgen.

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