Gespräche mit KPMG gescheitert
Südamerika: Andersen fusioniert mit E&Y

Die argentinische Tochter der angeschlagenen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen will ebenso wie die chilenische mit dem Konkurrenten Ernst & Young (E&Y) zusammengehen. Auch in Kanada beschloss Andersen eine Fusion mit dem Mitbewerber Deloitte Touche Tohmatsu.

Reuters BUENOS AIRES/ TORONTO. "Die Firma hat beschlossen, mit Ernst & Young zu fusionieren", sagte ein Sprecher der lokalen Andersen-Tochter Pistrelli Diaz y Asociados der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Buenos Aires. Auch in Kanada beschloss Andersen einer gemeinsamen Mitteilung zufolge eine Fusion mit dem Mitbewerber Deloitte Touche Tohmatsu, nachdem vorherige Kooperationsgespräche mit KPMG gescheitert waren.

In den USA berichtete unterdessen das "Wall Street Journal" unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise, dass Ernst & Young nach Deloitte Touche ebenso interessiert sei, in Kooperation mit zwei weiteren Unternehmen die US-Steuerberatungssparte von Andersen zu übernehmen. Davon wären rund 300 Partner und etwa 1000 weitere Andersen-Mitarbeiter betroffen. Der chilenische Andersen-Arm hatte bereits vergangene Woche die Fusion mit E&Y angekündigt, während Andersen Brasilien und Mexiko mit Deloitte zusammengehen wollen.

Andersen steht in den USA ein Prozess wegen mutmaßlicher Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit dem Enron-Kollaps bevor, nachdem ein leitender Wirtschaftsprüfer die Vernichtung einer Vielzahl von Aufzeichnungen zu Enron veranlasst hatte.

Deloitte & Touche beschäftigte nach eigenen Angaben zum Jahresende 2001 rund 95.000 Mitarbeiter in 140 Ländern. Ernst & Young hat seinen Angaben nach rund 84.000 Beschäftigte in mehr als 130 Ländern. Die 1913 gegründete Andersen hatte im vergangenen Jahr noch rund 85.000 Mitarbeiter in 84 Ländern. In den USA will das Unternehmen früheren Angaben zufolge in den kommenden Monaten etwa 7000 seiner 26.000 Stellen streichen.

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