Gespräche mit Nobelpreisträgern
„Immer wenn es interessant wird, gibt es Essen“

Nicht jeder Nachwuchsökonom bekommt die Chance eines seiner Vorbilder persönlich kennen zu lernen. Für 300 zukünftige Spitzenforscher aus 40 Ländern bietet sich diese Woche im beschaulichen Lindau diese Gelegenheit: Sie können mit den Stars der Zunft, acht Nobelpreisträgern, über die neuesten wirtschaftswissenschaftlichen Theorien diskutieren.

LINDAU. Es ist die Frage aller Fragen an diesem lauen Sommerabend: "Hast Du schon einen gesprochen?" Einen - damit meinen knapp 300 Nachwuchsökonomen eines ihrer Vorbilder, einen Nobelpreisträger in Wirtschaftswissenschaften. "Hast Du es gut", sagt eine Münchnerin mit sehnsüchtiger Stimme zu einer der ersten Glücklichen. Und kleinlaut hinterher: "Mirrlees lief an mir vorbei - aber ich habe mich nicht getraut."

Eine ungenutzte Chancen war wahrscheinlich noch nicht die letzte Möglichkeit. Vier Tage lang treffen sich am Bodensee zwei Welten in so lockerer Atmosphäre, dass die Hemmschwelle auch bei den Schüchternsten spätestens an Tag zwei fällt.

In Lindau lernten "die Spitzenforscher von heute die akademischen Stars von morgen" kennen, begrüßte Bundespräsident Horst Köhler die internationalen Teilnehmer der zweiten Tagung der Wirtschaftsnobelpreisträger in Lindau. Hier würden ökonomische Fragen "an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften" diskutiert

24 000 Einwohner zählt das charmante Städtchen am Bodensee. Seit Anfang der 50er Jahre rückt es jeden Sommer in den Fokus der wissenschaftlichen Weltgemeinschaft. Seit 1951 trifft sich die Elite der Naturwissenschaften auf der Insel. Seit 2004 im Zwei-Jahres-Rhythmus auch die Exzellenz der Ökonomie. Medienpartner der Tagung ist das Handelsblatt.

Einmal das geadelte ökonomische Weltwissen treffen - das hatte den Volkswirten Horst Köhler und vor allem auch die Nachwuchsökonomen aus 40 Ländern angelockt. Zwar hatten kurz vor Tagungsbeginn vier Nobelpreisträger abgesagt - allesamt US-Amerikaner, die die in London aufgedeckten Terrorpläne vom Fliegen abhielten. Immerhin acht Nobelpreisträger fanden aber den Weg in Deutschlands Süden. Unter ihnen der einzige deutsche Nobelpreisträger, Reinhard Selten, und das Mathematikgenie John Nash.

Bis zum morgigen Samstag lernen die handverlesenen jungen Ökonomen noch ihre Vorbilder kennen. Sie hören nicht nur Vorträge über die neuesten Forschungsergebnisse. Sie haben vor allem die Chance, in kleinen Gruppen mit der Elite zu diskutieren. Diese Runden sind der Kern der Tagung: Die Vorsitzende des ausrichtenden Kuratoriums, Gräfin Sonja Bernadotte, achtet genau darauf, dass sich kein wissenschaftsferner Teilnehmer einschmuggelt.

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