Gespräche mit Warner, Sony und EMI
Bertelsmann sucht Partner für BMG

Bertelsmann sucht weiter nach einer Lösung für die Musiksparte BMG. Vorstandschef Gunter Thielen bekräftigte, dass mit den drei Konkurrenten Warner, Sony und EMI Gespräche über ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen geführt würden.

HB FRANKFURT. "Wir sprechen mit jedem, wir reden mit Warner, EMI und Sony", sagte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen der Nachrichtenagentur Reutes am Donnerstagabend. "Ich werde nicht sagen, welche Gespräche am weitesten fortgeschritten sind", fügte er hinzu.

Gefragt, ob sich Bertelsmann auch aus dem Musikgeschäfts zurückziehen und BMG verkaufen würde, sagte er: "Ich würde nicht sagen, dass wir das niemals tun würden. Momentan kann ich das aber nicht sehen." Der Partner müsse einem paritätischem Joint-Venture zustimmen.

BMG ist der kleinste der weltweit fünf größten Musikkonzerne. Angeführt wird die Rangliste von Universal Music gefolgt von Sony Music, der britischen EMI Group und Warner Music. Wegen seit Jahren sinkender Umsätze in der Musikbranche halten alle Beteiligten nach Möglichkeiten für Kooperationen oder Zusammenschlüsse Ausschau.

BMG hatte in den vergangenen Monaten mit Warner Music über die Gründung eines Joint-Ventures verhandelt, an dem beide Konzerne je zur Hälfte beteiligt werden sollen. Die Gespräche, die schon weit fortgeschritten waren, sind nach Angaben aus Kreisen nicht abgebrochen, aber ins Stocken geraten. Im September warf EMI dann seinen Hut in den Ring und bot Warner den Kauf des Musikgeschäftes für mehr als 1,5 Mrd. Dollar an. Sowohl eine Fusion von BMG und Warner als auch eine Kombination Warner/EMI würde den weltweit zweitgrößten Musikkonzern schaffen. Danach hatte es bereits in Branchenkreisen geheißen, BMG wolle auch mit Sony Gespräche über einen Zusammenschluss der Musikgeschäfte führen.

Bisher waren Versuche für Fusionen unter den Top Fünf Musikkonzernen an wettbewerbsrechtlichen Hürden gescheitert. Die Beteiligten hoffen, dass die schwachen Märkte die Kartellbehörden in den USA und Europa diesmal milder stimmen. Mehr als einen Zusammenschluss würden sie aber nicht genehmigen, wird in der Branche vermutet.

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