Gespräche ohne Erfolg abgebrochen
Infineon bendet Joint Venture in Taiwan

Der Chip-Hersteller verkauft seinen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem asiatischen Partner Mosel Vitelic.

rtr TAIPEH/MüNCHEN. Der Chip-Hersteller Infineon wird seinen Anteil von knapp 30 % am taiwanischen Speicherchip-Produzenten ProMos verkaufen. Damit ist der Versuch des Münchner Konzerns, seinen Anteil am Produktionsvolumen des mit dem asiatischen Partner Mosel Vitelic gegründeten Gemeinschaftsunternehmens auf mindestens 90 % zu erhöhen, gescheitert.

"Infineon hat versucht, eine Lösung zu finden, aber die Gespräche wurden ohne Erfolg abgebrochen", sagte eine Infineon-Sprecherin am Dienstag in München. Der weltweit drittgrößte Anbieter von Speicherchips - so genannten DRAMs - ziehe sich nun aus ProMos zurück und gebe seine Aktien ab. Zugleich werde der Konzern zum 1. Januar aufhören, bei ProMos zu kaufen und die Lizenzierung neuer Produktionstechnologien an das Unternehmen stoppen. Infineon bezog von ProMos zwischen zehn und 15 % seiner gesamten Kapazität an Speicherchips. Der Konzern ließ offen, ob durch das Scheitern der Zusammenarbeit mit ProMos außerordentliche finanzielle Belastungen entstehen.

Die Infineon-Aktie konnte zeitweise um mehr als fünf Prozent zulegen und notierte am Nachmittag mit 8,59 ? noch um zwei Prozent im Plus. Analysten sagten übereinstimmend, der Wegfall der Lieferungen von ProMos stelle für Infineon kein Problem dar. Der Konzern verfüge über ausreichend DRAM-Kapazitäten.

Der Schritt von Infineon kommt nicht überraschend, da der Konzern bereits Anfang Oktober eine Aktionärsvereinbarung mit Mosel Vitelic aufgekündigt hatte. Zugleich hatte der Konzern seinem langjährigen taiwanischen Partner Vertragsbruch vorgeworfen, ohne diesen genauer zu erläutern. Medienberichten zufolge soll Mosel Vitelic entgegen den Verträgen Anteile an dem Joint Venture an Banken verpfändet haben. Dem bisherigen Abkommen zufolge hatte Infineon Zugriff auf 48 % der Chip-Produktion von ProMos. Anfang November hatte Infineon-Chef Ulrich Schumacher gesagt, wenn dieser Anteil nicht auf knapp einhundert Prozent steige, werde die Zusammenarbeit beendet.

Infineon habe sich gut auf die Trennung von ProMos vorbereitet, erklärte Credit Agricole-Analyst Bernd Laux in einer Studie. Mit einem signifikanten Kapazitätsengpass des Konzerns bei DRAMs sei im kommenden Jahr nicht zu rechnen. Infineon hat bereits ein Lieferabkommen mit der taiwanischen Firma Winbond und vereinbarte erst am Montag mit der chinesischen SMIC das exklusive Bezugsrecht für deren DRAMs. Darüber hinaus will der Münchener Konzern mit seinem Partner Nanya künftig gemeinsam Speicherchips fertigen und in der Entwicklung zusammenarbeiten.

"Es gibt genügend Ersatzmöglichkeiten", sagte auch Merck-Finck-Analyst Theo Kitz. Da es am DRAM-Markt ohnehin Überkapazitäten gebe, profitiere Infineon womöglich von dem Schritt. Laux zufolge muss sich ProMos nun nach einem neuen Technologie-Partner umsehen und seine Produktion umstellen. Dadurch werde sich die weltweite DRAM-Produktion vorübergehend um etwa vier Prozent verringern.

ProMos erklärte am Dienstag, 90 % des Outputs würden nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Infineon ab Januar an Mosel geliefert.

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