Gespräche ohne Ergebnis
Kreise rechnen mit Kirch-Insolvenz am Freitag

In der Krise um die hoch verschuldete Kirch-Gruppe wird bereits am morgigen Freitag mit einem Insolvenzantrag gerechnet.

 

wiwo/ap/vwd FRANKFURT/MÜNCHEN. Die KirchMedia plane den Gang zum Insolvenzrichter noch vor dem Wochenende, berichteten sowohl die "Süddeutsche Zeitung" als auch das "Wall Street Journal". Es gebe nichts, was man noch Verhandlungen nennen könne, hieß es auch in Kreisen der beteiligten Banken. Gespräche am Mittwoch waren ohne Ergebnis geblieben.

In Bankenkreisen hieß es, nur die noch möglichen Investoren um den australischen Medientycoon Rupert Murdoch und den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi könnten mit Zugeständnissen die drohende Pleite verhindern. Murdoch und Berlusconi seien aber jederzeit für eine Überraschung gut, betonte ein Bankenvertrauter.

Unklar blieb, ob ein Gespräch, zu dem Murdoch am Donnerstag nach Los Angelos eingeladen hatte, noch eine Wende bringen könne. Es soll dabei aber lediglich um Preisverhandlungen über Filmrechte der Kirch-Gruppe gehen.

"Was in L.A. passiert, ist nicht kriegsentscheidend", hieß es aus Verhandlungskreisen. Zwar sei eine überraschende Veränderung der Position der Investoren nicht gänzlich ausgeschlossen, bislang habe sich aber vor allem Rupert Murdoch sehr hart gezeigt. Offenbar arbeiteten die Investoren auf eine Insolvenz von Kirch hin, kommentierte ein Bankenvertreter den bisherigen Verlauf der Verhandlungen. Daher bestehe für die KirchGruppe nur noch wenig Hoffnung, einer Insolvenz zu entgehen.

In Kreisen des Kirch-Konzerns hatte es am Mittwoch geheißen, das Unternehmen werde Insolvenzantrag stellen, sobald ein Scheitern der Verhandlungen zwischen Banken und Investoren fest stehe. In Bankenkreisen wurde jedoch betont, die Geldinstitute würden ihrerseits auf keinen Fall ein Scheitern der Gespräche von sich aus erklären, sondern seien weiterhin zu Verhandlungen bereit. Ein Insolvenzantrag sei allein die Sache Kirchs.

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