Gespräche sind in frühem Stadium
Morphosys und British Biotech wollen fusionieren

Die beiden Biotechnologie-Unternehmen British Biotech und Morphosys verhandeln über einen Zusammenschluss, ein erfolgreiches Ende der Gespräche ist bislang aber keineswegs sicher. Die Fusionsgespräche befinden sich nach den Worten von Morphosys-Finanzchef Dave Lemus noch in einem frühen Stadium.

Reuters MÜNCHEN. "Es gibt Diskussionen zwischen den beiden Firmen", sagte Morphosys-Finanzchef Dave Lemus am Montag in München zu Reuters. Auf die Frage, ob die Gespräche mit British Biotech noch scheitern könnten, sagte Lemus: "Bestimmt." Auch British Biotech bestätigte Fusionsgespräche. "Wir werden weiterführende Ankündigungen machen, wenn dies angemessen ist", teilte das britische Unternehmen mit. Analysten sagten, ein Zusammenschluss mache für Morphosys Sinn. Die Gesellschaft könnte in diesem Fall möglicherweise von dem hohen Liquiditätsbestand von British Biotech profitieren.

Die im Nemax 50 notierte Morphosys-Aktie gewann in der Spitze mehr als 13 %, gab dann aber wieder etwas nach. Das Papier von British Biotech gewann 6,2 % auf 5,3 Pence.

Morphosys verfüge in seinem Bereich über Technologien mit Weltklasseformat, sagte Sabine Eberhardt, Analystin bei Merck Finck in München. Es scheine aber, als könne die Gesellschaft dieses Potenzial eingebunden in ein größeres Unternehmen besser umsetzen. British Biotech habe eine Reihe von Fehlschlägen bei Produkten verzeichnet, verfüge aber mit 80 Mill. ? über eine hohe Liquidität, sagte ein anderer Analyst. Umgekehrt benötige Morphosys dringend Geld. "Ein bisschen ist das so, als ob man zwei Blinde zusammennimmt und hofft, dass sie dreidimensional sehen", sagte der Analyst. Umgekehrt lasse sich sagen, Morphosys sei attraktiv für British Biotech, weil die deutsche Gesellschaft den Produkten des Unternehmens zum Erfolg verhelfen könnte.

Morphosys hatte im ersten Halbjahr 2002 seinen Fehlbetrag mit 8,4 Mill. ? mehr als verdreifacht. Bereits Anfang Juli hatte Morphosys-Chef Simon Moroney gesagt, die Gesellschaft spreche mit vier möglichen Partnern, die am Kauf eines strategischen Anteils interessiert seien. Er hoffe auf einen Abschluss noch im laufenden Jahr. Finanzchef Lemus wollte am Montag keine weiteren Angaben zu den aktuellen Gesprächen, beispielsweise zum Zeithorizont oder den Bedingungen für einen Zusammenschluss machen.

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