Gespräche über ein Joint-Venture sind beendet
Teilfusion zwischen DG Bank und Rabobank gescheitert

"Die Gespräche über ein Joint Venture sind beendet", sagte ein DG Bank-Sprecher in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT/UTRECHT. Die DG Bank und die niederländische Rabobank haben ihre Pläne für den Zusammenschluss ihres Investmentbank- und internationalen Firmengeschäfts aufgegeben. "Die Gespräche über ein Joint Venture sind beendet", sagte ein DG Bank-Sprecher am Montag in Frankfurt. Ausschlaggebend hierfür seien unterschiedliche geschäftspolitische Auffassungen in den zu fusionierenden Bereichen gewesen. Statt der geplanten Gemeinschaftsbank DG RaboInternational (DGRI) werde es nun eine "kleine Lösung" im Investmentbanking geben. Dabei halte die DG Bank daran fest, 50 % an der Rabo Securities - der mit dem Wertpapiergeschäft betrauten Tochter der Rabobank - zu übernehmen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten die beiden Genossenschaftsbanken ein Joint Venture im Investmentbanking und internationalen Firmenkundengeschäft angekündigt. Den Plänen zufolge sollten die Aktivitäten bis Ende dieses Jahres in der gemeinsamen Bank DGRI zusammengefasst werden. Zugleich sollte das Joint Venture für weitere genossenschaftliche Kooperationspartner offen bleiben. Die Teilfusion wurde damals von der DG Bank als ein erster Schritt hin zu einer "paneuropäischen Allianz genossenschaftlicher Banken" gesehen. Ende August hatte die DG Bank noch Spekulationen über einen mögliche Verzögerung des Joint Ventures zurückgewiesen und erklärt, die Verhandlungen liefen wie geplant.

Keine Möglichkeit für ein abgestimmtes Geschäftskonzept

Gescheitert ist der Teilzusammenschluss nun offenbar vor allem an der geschäftspolitischen Ausrichtung der geplanten Gemeinschaftsbank DGRI. "Ausschlaggebend für die Entscheidung waren substanzielle Schwierigkeiten in Positionsierungsfragen mit Blick auf die geschäftspolitische Ausrichtung der gemeinsamen Bank", heißt es in der Erklärung der DG Bank dazu. Ein Sprecher verwies zudem auf die unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben in beiden Ländern und die damit verbundenen Komplikationen ohne jedoch genauer auf die Streitpunkte der Verhandlungen einzugehen. "Beide Institute sehen nicht die Möglichkeit, im gegebenen Zeitrahmen ein abgestimmtes Geschäftskonzept zu entwickeln und es über eine gemeinsame Bank im Markt darzustellen", heißt es in der Erklärung dazu lediglich.

Gleichzeitig ist die DG Bank jedoch weiter offen für eine Zusammenarbeit mit den niederländischen Partnern im Investmentbanking. "Wir halten weiter daran fest, einen Anteil von 50 % an Rabo Securities zu kaufen", sagte der DG Bank Sprecher. Die Übernahme der Anteile sei zum Jahresende geplant. Von dieser sogenannten "kleinen Lösung" versprechen sich beide Institute eine Stärkung ihrer Investmenbanking-Aktivitäten in den Bereichen Neuemissionen, institutioneller Handel sowie Mergers and Acquisitions.

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