Gespräche über "Fine-Tuning"
Wiener Börse von 2002 an mit neuer Marktsegmentierung

Mit Jahresbeginn 2002 startet die Wiener Börse AG mit einer neuen Marktsegmentierung und einem neuen Index-Konzept. Der Wertpapierhandel in Wien wird ab dem 2. Januar in den fünf Marktsegmenten equity market.at, bond market.at, otob market.at, warrants.at und other listings.at erfolgen.

vwd/apa WIEN. Entsprechend zu den neuen Marktsegmenten und deren Bezeichnungen werde es "in Bälde" auch eigene Internetportale für jede einzelne Gruppe geben, kündigte der Leiter der Wiener Börse Markets and Products, Karl Brauneis, am Dienstag in Wien an. Die endgültige Zusammensetzung der einzelnen Marktsegmente will die Wiener Börse am 4. Dezember verlautbaren.

Eine der wesentlichen Änderungen in der Neusegmentierung ist der Ersatz des Sonstigen Wertpapierhandels durch einen regulierten Markt und der Wegfall des Segmentes "unregulated market". Neben börsenrechtlichen Gründen, die nun eine Anerkennung durch die Europäische Union (EU) ermögliche, hätten dafür auch Marketing-Überlegungen gesprochen. Viele der neuen Bestimmungen nähmen geplante EU-Regelungen vorweg, betonte Brauneis. Mit der Neugestaltung strebt die Wiener Börse auch eine Vereinfachung bei der Kommunikation mit dem interessierten Publikum und die Erschließung neuer Kundengruppen speziell im Bereich Renten und Warrants an.

Mehr Transparenz im Aktienbereich

Im Aktienbereich (equity market.at) will die Wiener Börse die Transparenz- und Publizitätskriterien stärker betonen. Im oberen Aktienmarkt-Segment, dem Prime Market, wird die Rechnungslegung nach IAS- oder US-GAAP-Richtlinien nach einer Übergangsfrist verpflichtend. Dies soll eine bessere Vergleichbarkeit mit der jeweiligen Peer-Gruppe ermöglichen. Quartalsberichte müssen von im "Prime Market" gelisteten Unternehmen innerhalb von zwei Monaten in Deutsch und Englisch mit gewissen Mindestinhalten, die von 2003 an verpflichtend sein werden, veröffentlicht werden. Dazu hat die Wiener Börse ein eigenes Quartalsberichtsschema für Banken, Versicherungen und sonstige Unternehmen entworfen. Es sieht im Wesentlichen eine verkürzte G+V-Rechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung vor.

Mit den Emittenten sei man über das "Fine-Tuning" aber noch in Gesprächen, so Brauneis. Jahresabschlüsse müssen im obersten Aktienmarktsegment gelistete Unternehmen innerhalb von vier Monaten in Deutsch und Englisch vorlegen. Bisher konnte sich ein Unternehmen damit bis zu neun Monate Zeit lassen. Ein Unternehmenskalender, aus dem ersichtlich ist, wann beispielsweise eine Hauptversammlung, eine Analystenkonferenz oder die Bilanzpressekonferenz stattfinden wird, muss in Zukunft zu Jahresbeginn veröffentlicht werden. Weiter muss ein Prime-Market-Unternehmen an ein elektronisches System angeschlossen sein, um seinen Verpflichtungen aus der Ad-hoc-Publizität nachkommen zu können und eine gleichmäßige Weitergabe von Informationen zu gewährleisten.

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