Gespräche über strategische Partnerschaft
Leica-Sanierung lahmt

Die Sanierung des Kameraherstellers Leica Camera AG kommt nur langsam voran. Im Geschäftsjahr 2000/2001 konnte der Umsatz zwar um 11,9 Prozent auf 157,8 Mill. Euro gesteigert werden. Der Konzerngewinn nach Steuern blieb mit 0,6 Mill. Euro aber nahezu unverändert.

dpa-afx FRANKFURT. "Wir haben Fortschritte gemacht, jedoch noch nicht in dem Tempo, das wir uns ursprünglich vorgestellt hatten", sagte der Vorstandsvorsitzende des seit September 1996 börsennotierten Solmser Traditionsunternehmens, Hanns-Peter Cohn, am Donnerstag in Frankfurt.

Probleme hätten im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem Zinserhöhungen und starke Wechselkursschwankungen bereitet, hieß es. Die Hälfte des Wachstums sei in den Produktgruppen Compact-Cameras und Minox entstanden. Mit einer Steigerung um 29,4 % auf 36,9 Mill. Euro hätten sie sich überproportional entwickelt. Gerade in diesem Bereich wird Leica jedoch im kommenden Geschäftsjahr zunächst Einschnitte hinnehmen müssen. Denn durch die Beendigung der Kooperation mit Fuji im Bereich digitale Kompaktkameras und wegen der Ausgliederung der Minox GmbH geht dem Unternehmen zunächst eine wesentliche Einkommensquelle verloren.

Erwartetes Wachstum bei 3 %

Im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 erwartet Leica daher ein Wachstum von 3 % bezogen auf den von der Verselbständigung von Minox bereinigten Umsatz und einen unbereinigten Umsatz von minus 2 %. Leica setzt jedoch darauf, diese Einbußen mit Produkten aus eigener Wertschöpfung kompensieren zu können. Bereits im kommenden Jahr würde das Unternehmen zahlreiche neue Produkte aus eigener Fertigung auf den Markt bringen, betonte Cohn. Für das Geschäftsjahr 2001/2002 rechnet das Unternehmen daher mit einem voraussichtlich ausgeglichenen Ergebnis.

Neue strategische Partnerschaft in Japan avisiert

Durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit Fuji hat Leica zur Zeit keine digitalen Kompaktkameras im Programm. Nach Cohns Angaben verhandele man jedoch seit 12 Monaten über eine strategische Partnerschaft mit einem Unternehmen in Japan. Leica rechnet damit, dass die Gespräche noch in diesem Monat erfolgreich abgeschlossen werden. In drei Jahren will Leica dann mindestens 25 % seines Umsatzes mit digitalen Kompaktkameras machen.

Bei der Durchführung des auf fünf Jahre ausgerichteten Restrukturierungsprogramm zur Überwindung der Krise befinde sich das Unternehmen voll im Plan. Mittelfristige Einsparungen im zweistelligen Bereich erhofft sich Leica auch durch eine neue Logistikpartnerschaft mit der Firma Rhenus in Wetzlar. Einschnitte wurden auch in der Belegschaft gemacht. Im Berichtszeitraum wurde die Zahl der Mitarbeiter um 1,8 % auf 1 456 reduziert. Im laufenden Jahr werde sich die Zahl auf 1 400 verringern, hieß es.

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