Gespräche über strategische Partnerschaften mit dem WDR und AOL
Boris Becker will mit Internet-Portal Sportgate an die Börse

dpa BERLIN. Alt-Tennisstar Boris Becker will Sportfans künftig mit einem neuen Internet-Angebot ins Netz locken. Der Aufschlag für das Online-Portal Sportgate ist für diesen Herbst angesetzt, der Börsengang soll 2002 folgen, sagte Sportgate-Partner Paulus Neef vom Internetdienstleister Pixelpark am Dienstag in Berlin. Sportgate will Surfern umfassende Informationen aus der Breite des Sports bieten und setzt weniger auf Top-Ereignisse wie die Fußball-Bundesliga, über die der Konkurrent Sport1 im Netz berichtet.

Eigentlich sei er gar kein "Tekkie" (Technikfreak), hatte Becker noch vor kurzem in einem Internet-Werbespot gestanden. Doch nun, wo er schon mal "drin" ist, hat er offenbar Gefallen an der Online-Welt gefunden. Mit Sportgate wollen Becker und Partner Sportinformationen verbreiten, die vor allem von den Verbänden, Vereinen und Fans geliefert werden sollen.

"Es geht hier nicht nur um Fußball, Tennis oder Formel eins", erläuterte Becker. "Wir wollen nicht über die Top- Clubs berichten, sondern die Fans, die wollen wir erreichen. Und das ist ein Ansatz, den gibt es in dieser Form noch nicht." Darüber hinaus steuert der Sport-Informationsdienst (sid) Inhalte bei.

Leiten wird das Online-Unternehmen Sportgate AG Ex-RTL-Chef Helmut Thoma. Sein Slogan "wenn's um Sport geht, dann Sportgate" soll sich möglichst schnell in Köpfen und Bookmarks der Fans einnisten. Pixelpark-Chef Neef erwartet noch in diesem Jahr rund 50 Millionen Besuche unter www.sportgate.de von etwa zwei Millionen Surfern.

Die Sportgate-Macher setzen dabei vor allem auf die rund 27 Mill. Mitglieder des Deutschen Sportbunds (DSB). Dieser zählt neben der Galionsfigur Becker, der Pixelpark-Ausgründung Venturepark und einer Beteiligungsgesellschaft zu den Sportgate-Anteilseignern.

Mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und dem Onlinedienst AOL laufen Gespräche über strategische Partnerschaften. Der WDR prüft derzeit, ob sich der Einstieg bei Sportgate lohnt, ist aber von einer Entscheidung nach Angaben eines Sprechers "weit entfernt". Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, mit dem WDR plane zum ersten Mal ein gebührenfinanzierter Sender eine Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen.

Sportbund-Präsident Manfred von Richthofen will über Sportgate auch mehr Bürger hinter dem Computer hervor und auf den Sportplatz locken. Das Informationsbedürfnis über eine breite Palette von Sportarten sei in der Bevölkerung enorm, sagte er. "Wir würden die Zeit verschlafen, wenn wir diese Kooperation nicht eingehen würden." Finanzieren will sich Sportgate Neef zufolge aus einem Mix verschiedener e-commerce-Formen, wie Bannerwerbung, Sponsoring und der Lizenzierung von Inhalten an andere Medien. "Am Ende des Tages sind wir auch eine kommerzielle Veranstaltung," räumte Becker ein. "Wir wollen natürlich auch Geld damit verdienen. Ist ja klar."

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