Gespräche vertagt
Langsame Annäherung im Banken-Tarifkonflikt

Im Tarifkonflikt des deutschen Bankgewerbes haben Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi nach Aussagen der Verhandlungsführer am Donnerstag Fortschritte erzielt.

Reuters RODGAU. Nach rund neunstündigen Verhandlungen in Rodgau bei Frankfurt vertagten sich die Tarifparteien dennoch auf den 13. Dezember. Verdi-Verhandlungsführer Hinrich Feddersen sagte, er sehe für diesen Termin die Chance für einen Tarifabschluss. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite Tessen von Heydebreck sagte im Anschluss an die Verhandlungsrunde: "Das Ei ist unterwegs, aber es ist noch nicht gelegt."

Die Verhandlungsführer betonten, vor allem in der besonders strittigen Frage variabler Gehaltsbestandteile seien sich die Parteien näher gekommen. "Wir haben zum Teil deutliche Fortschritte gemacht", sagte von Heydebreck. Feddersen sprach ebenfalls von einer Annäherung, nachdem die Ausgangspositionen in dieser Frage sehr unterschiedlich gewesen seien. Verdi habe sich variablen Vergütungsanteilen geöffnet, es werde aber keine Eingriffe in bestehende Tarifgehälter geben, wie dies die Arbeitgeber ursprünglich zur Kostensenkung gefordert hatten.

Leidiglich Teile von künftigen Gehaltserhöhungen könnten als variable Gehaltskomponente verwendet werden, sagte Feddersen. So sei eine Grundverständigung darüber erzielt worden, dass zunächst ein kleiner Teil des 13. Monatsgehaltes in Abhängigkeit von der Ertragslage des Unternehmens nach oben oder nach unten variabel sein könne. Auch über variable Gehaltsanteile, die sich an der Leistung der Mitarbeiter orientieren, sei gesprochen worden. Ursprünglich für Freitag angekündigte Pressekonferenzen von Verdi und der Arbeitgeberseite wurden nach Bekanntgabe der Verhandlungs-Vertagung abgesagt.

Bei der Verhandlungsrunde am 13. Dezember solle neben noch offenen Fragen bei den variablen Gehaltsanteilen über die Gehaltshöhe und die Laufzeit des Tarifvertrages verhandelt werden. Verdi fordert eine Laufzeit von 20 bis 24 Monaten und Gehaltserhöhungen von rund 3,5 %. Die Arbeitgeberseite hatte den Banken geraten, freiwillig 3,1 % höhere Gehälter zu zahlen, nachdem Verdi die Verhandlungen für die rund 640 000 Angestellten Mitte Juli zunächst für gescheitert erklärt hatte. In der Branche herrscht seit Ende Mai ein tarifloser Zustand.

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