Gespräche von Warnstreiks begleitet
Tarifverhandlungen bei Zeitungen festgefahren

Die Tarifverhandlungen für die 14 000 Redakteure an den deutschen Tageszeitungen sind am Montag ohne wesentliche Annäherung vertagt worden.

HB BERLIN. Eine Annäherung über die von den Arbeitgebern geforderten Kostensenkungen konnte nicht erreicht werden. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Blockade vor. Die Gespräche wurden erneut von Warnstreiks in mehreren Verlagen begleitet. Die fünfte Runde soll am 13. Januar in Frankfurt/Main stattfinden.

Der Verhandlungsführer des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Hubert Engeroff, warf den Verlegern nach fünfstündigen Verhandlungen "Blockade in Reinform" vor. Über zeitlich befristete Öffnungsklauseln für Verlage in wirtschaftlicher Not könne verhandelt werden. Einen "Tarifabbau auf Dauer" dürfe es aber nicht geben. Dies hätten auch die Warnstreiks deutlich gemacht.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger bekräftigte dagegen, die wirtschaftliche Krise der Branche sei keine kurzfristige konjunkturelle Schwankung. Der DJV und die Gewerkschaft ver.di müssten "ihren Beitrag zu einem verantwortungsvollen Tarifvertrag leisten", sagte Verhandlungsführer Werner Hundhausen. Der Verband fordert, das Urlaubsgeld auf 68 % eines Monatsgehalts zu senken, die jährlichen Urlaubstage um fünf zu verringern und die Arbeitszeit von derzeit 36,5 Stunden zu verlängern.

An Protestaktionen beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehrere hundert Redakteure. In Baden-Württemberg legten demnach rund 350 Beschäftigte die Arbeit nieder. Die betroffenen Blätter sollten am Dienstag aber erscheinen, wie es in den Chefredaktionen hieß. In Bayern beteiligten sich rund 300 Redakteure an Warnstreiks. Auch in Schleswig-Hostein und Hessen gab es einzelne Aktionen.

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