Gestern Verlierer, heute Gewinner
Indizes weltweit wieder im Plus

Die internationalen Finanzmärkte haben sich von dem Schock der falschen Bilanzierung des US-Konzerns Worldcom erholt und einen Teil der Kurseinbußen wieder wettgemacht. An den europäischen Börsen legten die Kurse zu.

dpa FRANKFURT. Händler erklärten die Tagesgewinne allerdings lediglich als "technische Reaktion" auf die massiven Kursverluste vom Mittwoch, an dem die internationalen Aktienmärkte weltweit auf neue Jahres-Tiefs gesackt waren. Über die Folgen der Buchführungs-Affäre für die Aktienmärkte waren sich Marktbeobachter uneins. Während einige Händler die Kursverluste als "Überreaktion" bezeichneten, zeigten sich andere Experten skeptisch. "Die Angst ist weiter im Markt", sagte Diane Beißenhirtz vom Düsseldorfer Handelshaus Lang&Schwarz. Ins gleiche Horn stieß Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse: "Es ist viel zu früh, von einer Trendwende zu reden." Andere befürchteten, dass der mögliche Betrug bei Worldcom weltweit das Vertrauen der Anleger in Unternehmen und Märkte zerstören könnte.

Das deutsche Börsenbarometer Dax stand in Frankfurt am Nachmittag 3,0 % im Plus bei 4221 Punkten. Am Vortag war der Index noch unter die Marke von 4000 Zählern gerutscht und markierte bei 3947 Zählern den tiefsten Stand seit den Terroranschlägen in den USA im vergangenen September. Die Standardwerte bauten ihr deutliches Plus im frühen Handel nach dem freundlichen Start der US-Börsen am Nachmittag weiter aus. An der Wall Street war der Dow Jones Industrial Index aus den 30 wichtigsten US-Aktien mit einem Plus von 0,76 % auf 9187 Punkte freundlich gestartet. Im Computerhandel der Nasdaq legte der Composite-Index um 1,4 % auf 1448 Punkte zu. An der Londoner Börse stieg der britische Leitindex FTSE-100 um 1,1 % auf 4579 Punkte. Auch in Paris gewann der CAC 40 2,2 % auf 3783 Zähler. Zuvor hatte bereits die asiatische Leitbörse in Tokio fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte erholte sich nach den schweren Verlusten vom Vortag um rund 1,9 % auf knapp 10 262 Punkte.

Die Verschnaufpause erklärten Experten mit einer Reaktion auf die massiven Kursverluste der europäischen Aktienmärkte vom Mittwoch und den verhältnismäßig positiven Vorgaben von der New Yorker Wall Street. Die US-Börsen hatten dank eines beeindruckenden Endspurts in der letzten halben Stunde die anfänglich sehr deutlichen Verluste fast gänzlich wett gemacht. Der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten US-Standardwerte ging mit einem minimalen Verlust von 0,07 % bei 9120 Punkten aus dem Handel. Im frühen Handel hatte der Index noch so tief wie zuletzt Anfang Oktober 2001 gelegen.

Europaweit zählten die Verlierer vom Vortag zu den Gewinnern. So konnten sich vor allem die zuvor arg gebeutelten Technologie- und Telekommunikationswerte erholen. Aktie der Deutschen Telekom kletterten im Einklang mit vielen europäischen Telefonunternehmen um 4,5 % auf 8,98 Euro. "Da nutzen wohl einige Anleger die vermeintlich günstigen Kurse zum Wiedereinstieg", sagte ein Frankfurter Händler.

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