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Gestiegener ifo-Index signalisiert Erholung der Binnenwirtschaft

Der überraschende Stimmungsaufschwung der deutschen Wirtschaft deutet nach Einschätzung des ifo Instituts auf eine Erholung der Binnenwirtschaft hin. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf den höchsten Stand seit sieben Monaten.

dpa-afx MÜNCHEN. Der überraschende Stimmungsaufschwung der deutschen Wirtschaft deutet nach Einschätzung des ifo Instituts auf eine Erholung der Binnenwirtschaft hin. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf den höchsten Stand seit sieben Monaten. Der Indikator kletterte von 94,1 Punkten im Vormonat auf 96,2 Punkte, teilte das ifo Institut am Freitag in München mit. Von der Nachrichtenagentur AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Rückgang auf 93,8 Punkte erwartet.

"Dieser Anstieg ist ein erstes Hoffnungssignal, dass die gegenwärtige Schwächephase nur eine Delle war", sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger der dpa am Freitag in München. Das bisher florierende Weihnachtsgeschäft habe vor allem den Einzelhandel in gute Laune versetzt.

Der Eurokurs stieg nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst deutlich an und übersprang die Marke von 1,33 Dollar. Später gab er einen Teil der Gewinne wieder ab und kostete zuletzt 1,3 298 Dollar. Die Kurse deutscher Anleihen fielen deutlich und erreichten bei 119,14 Punkten ihr Tagestief. Zuvor hatte der Bund-Future bei 119,45 Punkten gelegen.

Anhaltender Aufwärtstrend

Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich im Dezember ebenfalls aufgehellt. So stieg die Erwartungskomponente von 94,3 Punkten im Vormonat auf 96,4 Punkte. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage legte von 93,9 Punkten auf 96,4 Zähler zu.

Der überraschende Anstieg deutet nach Einschätzung der Dresdner Bank auf einen anhaltenden konjunkturellen Aufwärtstrend in Deutschland hin. "Es geht weiter aufwärts, auch wenn sich die Dynamik im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 abgeschwächt hat", sagte Volkswirt Harald Jörg. Der Anstieg des Index sei auch eine Reaktion auf die deutlichen Rückgänge der vergangenen Monate. Die Konjunkturaussichten seien in den Vormonaten wegen des hohen Ölpreises und des starken Euro zu pessimistisch eingeschätzt worden, sagte Jörg.

Anhaltende Aufwärtstendenz

Die Commerzbank erwartet, dass die zuletzt zu beobachtende Seitwärtsbewegung nun allmählich in eine leichte Aufwärtstendenz übergehe. "Auch für 2005 zeichnet sich derzeit noch keine Verlangsamung des Expansionstempos ab", heißt es in der Studie. Die Commerzbank prognostiziert für 2005 unverändert eine Wachstumsrate von real 1,5 Prozent. Die weitere Entwicklung des Ölpreises und der Wechselkurse stelle zwar ein gewisses Risiko dar. "Auf dem aktuellen Niveau sollten die Effekte aber nicht so groß sein, um die Erholung nachhaltig zu beeinträchtigen."

Nach Einschätzung der WestLB ist der ifo-Index aber noch kein Zeichen für eine durchgreifende Konjunkturbelebung in Deutschland. "Der Anstieg ist ein gutes Zeichen, aber noch kein Grund, laut 'Hurra' zu schreien", sagte Volkswirt Jörg Lüschow von der WestLB am Freitag in Düsseldorf.

Keine Ende DES Stellenabbaus

Die Verbesserung des Geschäftsklimas ist laut ifo Insitut in allen vier betrachteten Wirtschaftsbereichen - verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Groß- und Einzelhandel - erkennbar und resultiert jeweils aus einer günstigeren Beurteilung der aktuellen Lage und freundlicheren Geschäftserwartungen. Im verarbeitenden Gewerbe wurden zum ersten Mal seit vier Monaten die Geschäftsaussichten wieder positiver beurteilt.

Die Chancen im Exportgeschäft wurden nur geringfügig ungünstiger als im Vormonat eingeschätzt, schreibt das ifo Institut. Trotz dieses insgesamt positiven Bildes zeige die Beschäftigungsplanung in der Industrie noch kein Ende des Stellenabbaus an. Im Groß- und im Einzelhandel haben sich insbesondere die Urteile zur aktuellen Geschäftslage deutlich aufgehellt.

Das ifo Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7 000 Unternehmen.

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