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Gestört

Eines der am höchsten verschuldeten Bundesländer will den Verkauf der Stadtsparkasse Stralsund verbieten - und damit eine Entlastung öffentlicher Haushalte verhindern.

Was müssen wir da hören? Das Land Mecklenburg-Vorpommern, will die Privatisierung der Stadtsparkasse Stralsund verhindern - auf jeden Fall und um jeden Preis. Sigrid Keler (SPD), die Finanzministerin des Landes will es nicht zulassen, dass in ihrem Bundesland die Revolution im deutschen Bankwesen ausbricht. Denn: Der Verkauf der Sparkasse wäre ein Präzedenzfall, der wohl Dämme brechen lassen dürfte. In Stralsund selber hat sich eine große Koalition aus SPD und CDU gebildet, die den Verkauf der Sparkasse unterstützt. Heute will das Stadtparlament darüber zum ersten Mal abstimmen.

Rund 30 bis 50 Millionen Euro könnte der Verkauf der Stadtsparkasse in die leeren Stadtkassen von Stralsund spülten - und auch Frau Keler so entlasten. Aber die mag über die finanziellen Entlastungen für diese und andere Gemeinden nicht einmal ansatzweise nachdenken. Wir haben vorsichtshalber noch mal nachgeschaut: Das von Frau Keler verantwortete Defizit des Landes liegt mit rund 6200 Euro pro Kopf nicht gerade am Ende der Schuldenmacher-Hitliste. Das Geld also könnte das Land also in der Tat gut gebrauchen.

"Wissen, was im Land los ist, was die Menschen bewegt: das ist mir sehr wichtig. Für ein konstruktives Gespräch bin ich immer dankbar", schreibt die Ministerin auf ihrer Homepage. Das ist gut zu wissen. Vor allem, wenn sie wie viele ihrer Kollegen bald nach mehr Geld vom Steuerzahler verlangt, um den Haushalt so zu entlasten. Ernsthaft: Wer in diesen Krisenzeiten so agiert und so argumentiert wie Frau Keler, dem darf man als Steuerbürger nur empfehlen sich einmal auf seinen ökonomischen Geisteszustand hin untersuchen zu lassen.

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