Gesundheit des Ex-Diktators weiter Gegenstand von Diskussionen
Anwälte beantragen Verschiebung von Pinochets erkennungsdienstlicher Erfassung

Die Anwälte von Augusto Pinochet haben eine erneute Verschiebung der erkennungsdienstlichen Erfassung des früheren chilenischen Diktators beantragt. Ermittlungsrichter Juan Guzmán sei ein entsprechender Antrag übergeben worden, teilte der Pinochet-Vertraute, Ex-General Guillermo Garín, am Montag (Ortszeit) in Santiago de Chile mit.

afp SANTIAGO DE CHILE. Der Antrag stütze sich auf ein medizinisches Gutachten, demzufolge sich der Gesundheitszustand des 85-Jährigen verschlechtert habe. Guzmán verschob das erkennungsdienstliche Verfahren im Zusammenhang mit Menschenrechtsverbrechen während der 17-jährigen Pinochet-Diktatur bereits Anfang April. Der 85-Jährige Ex-Diktator leidet unter anderem an Diabetes und Gefäßerkrankungen. Seine Gesundheit war bereits mehrfach Gegenstand von Diskussionen über seine Verhandlungsfähigkeit.

Von Pinochet sollen Fingerabdrücke genommen werden; außerdem soll er sich wie andere Angeklagte für seine Polizeiakte von vorn und von der Seite fotografieren lassen. Gegen den ehemaligen Gewaltherrscher sind in Chile mehr als 250 Klagen wegen Verbrechen anhängig, die während seiner Diktatur in den Jahren 1973 bis 1990 verübt wurden. Die Staatsanwaltschaft macht Pinochet für die Verbrechen der "Todeskarawane" verantwortlich. Das Sondereinsatzkommando ermordete 1973 nach dem Sturz des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende mehr als 70 Oppositionelle.

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