Gesundheitliche Gründe
„Calli" dankt bei Bayer ab

Paukenschlag beim Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen: Völlig überraschend und deutlich früher als erwartet hängt Manager Reiner Calmund, der Architekt des Vereinserfolgs und eine der schillerndsten Figuren des deutschen Profi-Fußballs, seinen Job an den Nagel. Ein Nachfolger für den 55-Jährigen ist bereits gefunden.

HB LEVERKUSEN. Wie der Verein mitteilte, gibt der 55- Jährige seinen Posten als Geschäftsführer bereits zum 30. Juni auf. Calmund gab gesundheitliche Gründe für den Entschluss an: "Ich bin nach 27 Jahren Arbeit an vorderster Front körperlich und mental nicht mehr in der Lage, die Anforderungen meines Jobs zu 100 % zu erfüllen." In einer eiligst einberufenen Pressekonferenz am Nachmittag berichtete Calmund unter Tränen, dass er sich bereits von Spielern, Trainer und engsten Mitarbeitern verabschiedet habe.

Nachfolger als Sprecher der Bayer-Geschäftsführung wird Wolfgang Holzhäuser (54), der bisher gemeinsam mit Calmund an der Spitze des viermaligen deutschen Vizemeisters stand. Der für die Finanzen zuständige Holzhäuser wollte ursprünglich im kommenden Jahr zur Deutschen Fußball Liga (DFL) wechseln. Nun wird er seinen bis 2007 datierten Kontrakt in Leverkusen erfüllen. "Ich kann den Verein in dieser Situation nicht im Stich lassen", sagte Holzhäuser. Als seinen Nachfolger hatte Calmund eigentlich Ilja Kaenzig auserkoren, der aber zu Hannover 96 wechselte.

Offen ist, was jetzt aus Sportdirektor Jürgen Kohler wird, der seinen Schreibtisch-Job mit einem Engagement auf der Trainerbank tauschen will. "Alle wissen, dass seine Zukunft nicht bei Bayer liegt", sagte Calmund. "Wir haben Herrn Calmund für seine sehr engagierte Arbeit in den vergangenen 27 Jahren zu danken. Er hat zweifelsfrei dem Verein seinen Stempel aufgedrückt. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft", sagte Meinolf Sprink, Sportbeauftragter der Bayer AG. Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning bestätigte, dass Calmund "eine Pension" erhalte. Zuletzt hatte er 350 000 ? pro Jahr verdient.

Calmund bezeichnete sich selbst gern als "Fußball-Verrückten" und galt als Seele des Vereins. Mit Rückzugs-Gedanken hatte er sich schon länger getragen. Die habe er so lange zurückgestellt, bis der Club wieder erfolgreich war. Mit Platz drei in der abgelaufenen Spielzeit und der Rückkehr auf die internationale Bühne sei dies gelungen. Sein Entschluss, jetzt und nicht erst in ein paar Jahren zurückzutreten, sei eigentlich schon nach dem letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart gefallen und im anschließenden Urlaub in den USA gereift.

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