Gesundheitliche Gründe
Taiwans Ministerpräsident tritt zurück

Reuters TAIPEH. Der Ministerpräsident der Republik China (Taiwan), Tang Fei, ist am Dienstag nach nur viereinhalb Monaten im Amt zurück getreten. Er nannte gesundheitliche Gründe als Grund und wies Spekulationen zurück, Ursache sei der Streit um Fertigstellung oder Abriss des vierten Kernkraftwerkes auf der Insel. Tang (68) hatte sich im Mai einer Tumoroperation unterzogen.

Hinweise auf einen Nachfolger gab es am Dienstag noch nicht, doch glauben Beobachter, dass kein Politiker in Frage kommt, der gegen die Wiedervereinigung Chinas ist. Das Land ist seit über 50 Jahren in die kommunistische Volksrepublik und die am Westen orientierte Republik geteilt. Die Volksrepublik hat mit einer Invasion gedroht, wenn sich Taiwan endgültig abspalten sollte. Die Wiedervereinigung ist in beiden Staaten Verfassungsgebot.

Streit um neues Kernkraftwerk

Seine Gesundheit habe in jüngster Zeit unter der Arbeitslast gelitten, sagte Tang vor der Presse in Taipeh. Mit dem Streit um das neue Kernkraftwerk habe der Rücktritt nichts zu tun. Staatspräsident Chen Shui-bian und seine Demokratische Fortschrittsspartei (DPP) wollen die 2700-Megawatt-Anlage aus Umweltgründen abreißen lassen.

Tang und seine Nationalisten, die im Parlament die Mehrheit stellen, verlangen die Fertigstellung, um die Stromversorgung der industrialisierten Insel zu sichern und Taiwan interessant bleiben zu lassen für ausländische Investoren. Vor wenigen Tagen hatte Tang gesagt, er werde zurücktreten, wenn das Projekt scheitere.

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